Anleihen-Handel: Noch mehr Signale für US-Zinserhöhung


06.03.17 10:45
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In den USA wird eine weitere Zinserhöhung noch in diesem Monat immer wahrscheinlicher, so die Deutsche Börse AG.

"Die Märkte haben den Zinsschritt auf der März-Sitzung bereits eingepreist", stelle Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank fest. So sei die Rendite zehnjähriger Treasuries von 2,31 Prozent vor einer Woche auf zuletzt 2,48 Prozent geklettert. Am Freitagabend habe eine Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen angestanden, von der am Markt aber keine neuen Impulse mehr erwartet worden seien.

"Die mögliche Zinserhöhung hat den Handel auch in Deutschland in letzter Woche stark geprägt", berichte Arthur Brunner von der ICF Bank. So habe der Euro-Bund-Future deutlich nachgegeben. Am Freitagmittag habe der Indikator für die langfristigen Zinserwartungen bei 164,58 Punkten gelegen, vor einer Woche seien es 166,32 Punkte gewesen. Zehnjährige Bundesanleihen würden jetzt wieder 0,29 Prozent abwerfen, vor einer Woche seien es 0,23 Prozent gewesen.

Dazu sei gekommen, dass die Inflation in der Eurozone nach dem kräftigen Anstieg im Januar im Februar nochmals angezogen sei: Für die Eurozone habe sie bei 2 Prozent gelegen, für Deutschland sogar bei 2,2 Prozent. "Da werden die Rufe lauter, dass die EZB ihr Anleihekaufprogramm vorzeitig beenden sollte", bemerke Brunner.

"Eine Verschärfung des Tempos bei den US-Zinserhöhungen wäre aus unserer Sicht durchaus angemessen", erkläre Patrick Franke von der Helaba. Die Bank zweifle aber daran, ob die FED dies wirklich tun werde. "Da an den Finanzmärkten derzeit trotz der deutlich gestiegenen politischen Unsicherheit große Gelassenheit herrscht, gibt es zumindest von dieser Seite aktuell grünes Licht." Die Helaba rechne mit zwei Zinserhöhungen von jeweils 25 Basispunkten in diesem Jahr, an den Märkten seien zwei bis drei Zinsschritte eingepreist.

Im Bereich der Unternehmensanleihen würden Brunner zufolge Volkswagen-Hybridanleihen gefragt bleiben. In der Hoffnung auf einen frühzeitigen Rückkauf weiter gut gesucht seien laut Daniel außerdem diverse Anleihen mit Kursniveaus um 60 oder 70 Prozent. "Betroffen sind etwa Bonds der französischen Bankengruppe BPCE und der dänischen Jyske Bank (ISIN XS0194983366 / WKN A0BD24, ISIN XS0212590557 / WKN A0D3P4)", berichte der Händler.

Fast nur Käufer sehe Brunner derzeit bei Deutsche Rohstoff-Anleihen sowie anderen Papieren von kleineren Emittenten. Der Bond von Deutsche Rohstoff sei eine von neun Anleihen in dem neuen Börsensegment für kleine und mittelständische Unternehmen namens Scale, das am Mittwoch eröffnet worden sei.

Im Anleihebereich von Scale seien unter anderem auch Papiere von Ferratum, Joh. Friedrich Behrens, der Karlsberg Brauerei und UBM Development gelistet. Scale sei ein privatrechtliches Börsensegment der Börse Frankfurt innerhalb des Open Markets, das den Entry Standard ersetzt habe und zunächst 38 Aktien und neun Anleihen umfasse.

Unter den Neuemissionen komme eine Anleihe (ISIN DE000A2BPET2 / WKN A2BPET) von thyssenkrupp mit Laufzeit bis März 2022 und Kupon von 1,375 Prozent gut an, wie Rainer Petz von Oddo Seydler feststelle. Die Stückelung sei mit 1.000 Euro privatanlegerfreundlich.

Außerdem habe der Hemden- und Blusenhersteller ETERNA Mode die neue, bis 2022 laufende Anleihe (ISIN DE000A2E4XE4 / WKN A2E4XE) mit Kupon von 7,75 Prozent erfolgreich platziert. "Der Bond werde gut angenommen", stelle Brunner fest. Damit habe das Unternehmen die geplante Refinanzierung der 2017 fälligen Altanleihe (ISIN DE000A1REXA4 / WKN A1REXA) bereits frühzeitig gesichert - über die neue Anleihe sowie ein Schuldscheindarlehen. Am Freitagmittag sei das Papier zu 101,50 Prozent gehandelt worden. (Ausgabe vom 03.03.2017) (06.03.2017/alc/a/a)





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