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Anleihen-Handel: "Die Nervosität steigt wieder"
09.03.20 08:15
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Corona und die möglichen Folgen für die Weltwirtschaft halten Investoren nach wie vor in Atem, so die Deutsche Börse AG.
"Die Finanzmärkte sind im Krisenmodus", beschreibe Rainer Petz von der Oddo Seydler Bank. Im Rentenbereich behielten Privatanleger aber im Großen und Ganzen die Nerven. "Der ein oder andere kauft sogar hinzu."
Die Bewegungen des hiesigen Barometers für die Zinserwartungen spiegelt hingegen die vorherrschende Sorge an den Märkten wider, so die Deutsche Börse AG. Der Euro-Bund-Future habe sich in der letzten Woche unter deutlichen Schwankungen Richtung 179 Prozent vorgearbeitet. Die aktuelle Rendite zehnjähriger Bundesanleihen beziffere Arthur Brunner von der ICF Bank mit minus 0,74 Prozent. "US-Staatsanleihen rentieren mit 0,75 Prozent so tief wie nie."
Die anfängliche Hoffnung zum Wochenbeginn sei recht schnell verflogen. Mittlerweile habe sich die Erwartung deutlicher konjunktureller Bremsspuren durch Corona in den Köpfen festgesetzt. "Die überraschend starke Leitzinssenkung der Federal Reserve verpuffte beinahe wirkungslos", stelle Brunner fest.
Die mittel- bis langfristig ausgelegten positiven chinesischen Maßnahmen sowie zinsbedingt veränderte Rahmenbedingungen in vielen anderen Ländern würden derzeit kaum zum Markt durchdringen, wie Folker Hellmeyer ergänze. Die bisherige Serie an massiven Leitzinssenkungen unter anderem in den USA, Australien oder Kanada halte der Solvecon-Analyst für noch nicht abgeschlossen. Anleger rechneten jedenfalls nicht nur im Euroraum mit weiteren geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen.
Hellmeyer halte Zuversicht hinsichtlich Corona übrigens für durchaus zulässig. Zwar sei es auch für ihn ohne Frage zu früh, Entwarnung zu geben. "Die Tendenz bezüglich Neuinfektionen zu Genesungen ist aber seit 14 Tagen positiv." Zudem handele es sich nicht um die Pest im Mittelalter sondern um eine schwer infektiöse Grippe.
Im Handel mit Unternehmensanleihen von Mittelständlern sehe Brunner insgesamt zwar eine klare Verkaufstendenz, es gebe aber Ausnahmen. Gegen den Strom schwimme beispielsweise ein im April 2024 fälliger Katjes-Bond mit einem Kupon von 4,25 Prozent. Der Wert des Süßwarenherstellers habe im Wochenverlauf auf 103,60 Prozent zugelegt.
Relativ stabil halte sich zudem eine rege gehandelte, bis Oktober 2026 laufende HORNBACH Baumarkt-Anleihe mit einem Kupon von 3,25 Prozent. Aktuell sei das Papier 105,5 Prozent zu haben (06.03.2020).
Der Verkauf der Aufzugssparte von thyssen habe laut Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank die Nachfrage nach einer thyssenkrupp-Anleihe belebt. Der im Februar 2024 fällige Bond mit einem Kupon von 2,875 Prozent gehe derzeit für 100 Prozent über den Tisch.
Anleger positionierten sich Daniel zufolge auch in einer am 1. Juli diesen Jahres fälligen Timeless Homes-Anleihe mit einem Kupon von 9 Prozent. Der 20 Millionen Euro schwere Wert sei im Wochenverlauf deutlich nach oben geklettert und notiere aktuell um 67 Prozent (06.03.2020).
Abgabedruck ohne einen für Daniel erkennbaren Grund registriere der Händler in einer bis 2024 laufenden Anleihe (ISIN DE000A2TSB16 / WKN A2TSB1) der FCR Immobilien mit einer jährlichen Verzinsung von 5,25 Prozent. Der Bond sei zunächst um rund 6 Prozent in den Keller geschossen und habe sich im Nachgang wieder bis auf 96 Prozent erholt. (Ausgabe vom 06.03.2020) (09.03.2020/alc/a/a)
"Die Finanzmärkte sind im Krisenmodus", beschreibe Rainer Petz von der Oddo Seydler Bank. Im Rentenbereich behielten Privatanleger aber im Großen und Ganzen die Nerven. "Der ein oder andere kauft sogar hinzu."
Die Bewegungen des hiesigen Barometers für die Zinserwartungen spiegelt hingegen die vorherrschende Sorge an den Märkten wider, so die Deutsche Börse AG. Der Euro-Bund-Future habe sich in der letzten Woche unter deutlichen Schwankungen Richtung 179 Prozent vorgearbeitet. Die aktuelle Rendite zehnjähriger Bundesanleihen beziffere Arthur Brunner von der ICF Bank mit minus 0,74 Prozent. "US-Staatsanleihen rentieren mit 0,75 Prozent so tief wie nie."
Die anfängliche Hoffnung zum Wochenbeginn sei recht schnell verflogen. Mittlerweile habe sich die Erwartung deutlicher konjunktureller Bremsspuren durch Corona in den Köpfen festgesetzt. "Die überraschend starke Leitzinssenkung der Federal Reserve verpuffte beinahe wirkungslos", stelle Brunner fest.
Die mittel- bis langfristig ausgelegten positiven chinesischen Maßnahmen sowie zinsbedingt veränderte Rahmenbedingungen in vielen anderen Ländern würden derzeit kaum zum Markt durchdringen, wie Folker Hellmeyer ergänze. Die bisherige Serie an massiven Leitzinssenkungen unter anderem in den USA, Australien oder Kanada halte der Solvecon-Analyst für noch nicht abgeschlossen. Anleger rechneten jedenfalls nicht nur im Euroraum mit weiteren geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen.
Im Handel mit Unternehmensanleihen von Mittelständlern sehe Brunner insgesamt zwar eine klare Verkaufstendenz, es gebe aber Ausnahmen. Gegen den Strom schwimme beispielsweise ein im April 2024 fälliger Katjes-Bond mit einem Kupon von 4,25 Prozent. Der Wert des Süßwarenherstellers habe im Wochenverlauf auf 103,60 Prozent zugelegt.
Relativ stabil halte sich zudem eine rege gehandelte, bis Oktober 2026 laufende HORNBACH Baumarkt-Anleihe mit einem Kupon von 3,25 Prozent. Aktuell sei das Papier 105,5 Prozent zu haben (06.03.2020).
Der Verkauf der Aufzugssparte von thyssen habe laut Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank die Nachfrage nach einer thyssenkrupp-Anleihe belebt. Der im Februar 2024 fällige Bond mit einem Kupon von 2,875 Prozent gehe derzeit für 100 Prozent über den Tisch.
Anleger positionierten sich Daniel zufolge auch in einer am 1. Juli diesen Jahres fälligen Timeless Homes-Anleihe mit einem Kupon von 9 Prozent. Der 20 Millionen Euro schwere Wert sei im Wochenverlauf deutlich nach oben geklettert und notiere aktuell um 67 Prozent (06.03.2020).
Abgabedruck ohne einen für Daniel erkennbaren Grund registriere der Händler in einer bis 2024 laufenden Anleihe (ISIN DE000A2TSB16 / WKN A2TSB1) der FCR Immobilien mit einer jährlichen Verzinsung von 5,25 Prozent. Der Bond sei zunächst um rund 6 Prozent in den Keller geschossen und habe sich im Nachgang wieder bis auf 96 Prozent erholt. (Ausgabe vom 06.03.2020) (09.03.2020/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 126,1776 € | 125,1945 € | 0,9831 € | +0,79% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




