Anleihen-Handel: Fresenius beliebt - Bei voestalpine scheiden sich die Geister


06.12.19 15:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Für Besitzer von NORD/LB-Anleihen ist die Zustimmung der EU-Kommission zum geplanten Rettungspaket der Bank ein willkommenes Nikolaus-Geschenk, so die Deutsche Börse AG.

Nun könnten die Hilfen von 1,5 Milliarden Euro und Garantien in Höhe von 800 Millionen Euro vom Land Niedersachsen plus die 200 Millionen und 1,1 Milliarden Euro vom Land Sachsen-Anhalt sowie der Sparkassen-Finanzgruppe fließen.

"Auf die Nachricht reagierten Anleger mit Käufen einer unbegrenzt laufenden, nachrangigen Fuerstenberg Capital II-Anleihe (ISIN DE000A0EUBN9 / WKN A0EUBN)", melde Rainer Petz von der Oddo Seydler Bank und erinnere daran, dass der Bond aufgrund fehlender Gewinne derzeit keine Stückzinsen zahle. Die Anleihe habe in dieser Woche von unter 80 auf 84 Prozent hinzugewonnen.

Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank verbuche starke Käufe in einer 300 Millionen Euro schweren Fuerstenberg Capital Erste-Anleihe (ISIN XS0216072230 / WKN A0EKD5) mit einem Kupon von 1,287 Prozent. Das Papier mit unbestimmter Laufzeit habe um 7,7 Prozent auf 77 Prozent zugelegt. Satte 17 Prozent im Plus stehe eine laut Daniel ebenfalls gesuchte NORD/LB-Anleihe (ISIN DE000BRL00A4 / WKN BRL00A) mit einem jährlichen Kupon von 8,500 Prozent.

Nach einer Mitteilung von Portigon, für 2019 vermutlich einen Verlust in Höhe von bis zu 600 Millionen Euro hinnehmen zu müssen, hätten sich Investoren laut Daniel in größerem Stil von einer Hybrid Capital Funding I-Anleihe mit einem Kupon von 8,0 Prozent getrennt. Der Wert der Anleihe habe sich seitdem von 15 auf unter 7 Prozent halbiert. Unter anderem würden laut Rechtsnachfolgerin der WestLB höhere Rückstellungen für Cum-Ex-Geschäfte das Ergebnis belasten.

Gründe für das rege Kaufinteresse an einer im Januar 2021 fälligen Anleihe (ISIN XS0584493349 / WKN A1GLW5) der Provinz Buenos Aires mit einer Stückelung von 100.000 US-Dollar und einem Kupon von 10,875 Prozent erkenne Daniel nicht. Möglicherweise stehe die Nachfrage im Zusammenhang mit einem Bericht in der Zeitschrift "WirtschaftsWoche", der unter anderem auf Risiken hochspekulativer argentinischer Bonds eingehe. Demnach würden Profianleger schon mal auf renditeträchtige Aires Bonds setzen, wenn diese laut Bedingungen bereits im kommenden Jahr teilweise fällig würden. So lange könne die erwartete Staatspleite Argentiniens womöglich noch aufgeschoben werden.

Weniger spekulativ seien Käufer einer neuen zehnjährigen Fresenius Medical Care-Anleihe (ISIN XS2084488209 / WKN A255DW) mit einem Kupon von 1,25 Prozent unterwegs. "Das seit Ende November handelbare Papier im Volumen von 500 Millionen Euro kommt bei Anlegern gut an", registriere Petz.

Ebenfalls 500 Millionen Euro schwer sei eine laut Daniel gefragte voestalpine-Anleihe mit einem Kupon von 1,75 Prozent. "Käufe und Verkäufe halten sich in etwa die Waage." Aktionäre hätten mit voestalpine in der jüngsten Vergangenheit allerdings kein Glück gehabt. Die Aktie des österreichischen Energie- und Rohstoffunternehmens habe in den vergangenen zwölf Monaten gut 47 Prozent an Wert eingebüßt.

Zumeist abgegeben würden Daniel zufolge eine siebenjährige und eine mit jährlich 4,0 Prozent verzinste, nachrangige Anleihe (ISIN XS1853998182 / WKN A2LQ0B) von Otto. Letztere habe sich seit Auflage in 2018 ganz gut entwickelt. Aktuell sei der Wert für gut 105 Prozent zu haben. Anleger würden sich unterm Strich zudem von einem in 2023 fälligen UBM Development-Bond mit einem Kupon von 3,125 Prozent verabschieden, wie Daniel feststelle. Der Wert notiere derzeit oberhalb von 106 Prozent. Eine gern gehandelte Symrise-Anleihe im Volumen von 500 Millionen Euro mit Fälligkeit im November 2025 und einer jährlichen Verzinsung von 1,25 Prozent würde ebenfalls unterm Strich abgegeben.

Für einige gemeinnützige Organisationen würden heute über den Handelsplatz Frankfurt ausgeführte Orders übrigens eine vorzeitige Bescherung bringen. Zusammen mit den auf dem Parkett tätigen Spezialisten spende die Deutsche Börse die Entgelte an die Einrichtungen Verein für krebskranke und chronisch kranke Kinder Darmstadt/Rhein-Main-Neckar, FeM Mädchenhaus Frankfurt, Frankfurter Stiftung für Gehörlose und Schwerhörige und den Verein Projektgruppe Bahnhofsviertel. Im vergangenen Jahr seien durch die Trading Charity-Aktion gut 100.000 Euro zusammengekommen. (06.12.2019/alc/a/a)