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Anleihen-Handel: Deutsche Anleihen wieder gefragt
02.03.18 15:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, in der nächsten Woche Strafzölle für Stahl- und Aluminiumimporte zu verhängen, sorgt für Verunsicherung an den Kapitalmärkten, so die Deutsche Börse AG.
Aktien würden verlieren, als sicher geltende Anleihen würden gewinnen. "Es herrscht wieder Risk-off-Modus", stelle Arthur Brunner von der ICF Bank fest. Anleger setzten auf Anleihen von als solide geltenden Schuldnern wie Deutschland und den USA. "Die europäischen Peripheriestaaten profitieren nicht."
Der Euro-Bund-Future liege am Freitagmittag bei 160,06 Prozent nach 159,16 vor einer Woche und im Tief 157 im Februar. Zehnjährige Bundesanleihen würden wieder nur 0,61 Prozent abwerfen nach 0,70 Prozent am vergangenen Freitag und über 0,80 im Februar. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries, die in der Spitze auf fast 3 Prozent geklettert sei, liege aktuell bei 2,81 Prozent.
Mit Spannung erwartet worden sei in dieser Woche die Anhörung des neuen US-Notenbankchefs Jerome Powell vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses. "Der Hinweis Powells, die Zinsen bei einem Heißlaufen der Konjunktur auch schneller anheben zu wollen, wurde von vielen Marktbeobachtern als Indiz für vier Zinsanhebungen in diesem Jahr interpretiert", erkläre Klaus Stopp von der Baader Bank. Er sehe das aber nicht so: "Die Ausführungen lassen den Eindruck entstehen, dass die von seiner Vorgängerin eingeleitete behutsame Normalisierung der Geldpolitik auch weiterhin Bestand haben wird."
Am kommenden Donnerstag stehe eine EZB-Sitzung an. "Der EZB-Rat dürfte über seine Sprachregelung zur künftigen Geldpolitik, der Forward Guidance, diskutieren", erläutere Michael Schubert von der Commerzbank. "Er könnte auf die Aussage verzichten, notfalls seine Anleihekäufe zu erhöhen." Angesichts von Aussagen einiger EZB-Ratsmitglieder sowie der bisherigen Inflationsentwicklung halte Schubert es aber für etwas wahrscheinlicher, dass der Rat seine Entscheidungen nochmals aufschiebe.
"Auch in Japan wird der Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik offenbar Thema", berichte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Der Bank of Japan-Gouverneur Haruhiko Kuroda habe am heutigen Freitag während einer Anhörung zur Verlängerung seiner Amtszeit erklärt, dass mit dem Erreichen der 2 Prozent-Inflationsmarke etwa im Fiskaljahr 2019 der logische Zeitpunkt erreicht sei, um einen Ausstieg in Betracht zu ziehen.
Keine Auswirkungen habe bislang die am Sonntag anstehende Wahl in Italien. "Politik in Europa ist für Anleger derzeit kein Thema", stelle Brunner fest. Nach Ansicht von Sintje Boie, HSH Nordbank, werde die Marktreaktion aber nach der Wahl nicht ausbleiben. "Ganz gleich, welche Partei oder welches Bündnis gewinnt, für die Beziehungen zwischen Europa und Rom wird es ungemütlicher." Denn fast alle Parteien hätten Steuererleichterungen und höhere Sozialleistungen in Aussicht gestellt, was die Einhaltung des Defizitkriteriums bei der jährlichen Neuverschuldung erschwere. "Das Vertrauen der Investoren in die Eurozone dürfte mit diesem Störfeuer aus Italien wieder Risse erhalten."
Außerdem werde am Sonntag das Ergebnis des SPD-Mitgliederentscheids über eine Fortsetzung der Großen Koalition veröffentlicht. "Im Fall einer überraschenden Ablehnung dürften die Renditen kräftig sinken", meine Boie.
Der Renditeaufschlag für Unternehmensanleihen habe sich unterdessen wieder ausgeweitet. "Das ist typisch für den Risk-off-Modus", bemerke Brunner. Zudem seien Hybridanleihen verkauft worden, wie der Händler berichte, etwa von Volkswagen oder BayWa. Gute Umsätze habe Brunner in der Wandelanleihe von SeniVita beobachtet.
Unter Druck geraten seien auch Nachranganleihen (ISIN XS0142391894 / WKN 542696, ISIN XS0221141400 / WKN A0EY63) der HSH Nordbank, wie Daniel melde. Am Mittwoch sei der Verkauf der Bank an die angelsächsischen Investoren Cerberus und J.C. Flowers besiegelt worden. "Im HGB-Ergebnis der Bank wird nun ein deutlich höherer Verlust vor Steuern als nach IFRS erwartet, der zu einer weiteren Verlustpartizipation der Hybridkapitalgläubiger führt", erkläre Daniel.
Kaufinteresse gebe es dem Händler zufolge an einer HELLA-Anleihe mit Laufzeit bis 2024 und Kupon von 1 Prozent. Abgeflaut sei hingegen die Nachfrage nach der in der vergangenen Woche noch sehr gesuchten neuen Sixt-Anleihe mit Kupon vom 1,5 Prozent und Laufzeit von sechs Jahren. (02.03.2018/alc/a/a)
Aktien würden verlieren, als sicher geltende Anleihen würden gewinnen. "Es herrscht wieder Risk-off-Modus", stelle Arthur Brunner von der ICF Bank fest. Anleger setzten auf Anleihen von als solide geltenden Schuldnern wie Deutschland und den USA. "Die europäischen Peripheriestaaten profitieren nicht."
Der Euro-Bund-Future liege am Freitagmittag bei 160,06 Prozent nach 159,16 vor einer Woche und im Tief 157 im Februar. Zehnjährige Bundesanleihen würden wieder nur 0,61 Prozent abwerfen nach 0,70 Prozent am vergangenen Freitag und über 0,80 im Februar. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries, die in der Spitze auf fast 3 Prozent geklettert sei, liege aktuell bei 2,81 Prozent.
Mit Spannung erwartet worden sei in dieser Woche die Anhörung des neuen US-Notenbankchefs Jerome Powell vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses. "Der Hinweis Powells, die Zinsen bei einem Heißlaufen der Konjunktur auch schneller anheben zu wollen, wurde von vielen Marktbeobachtern als Indiz für vier Zinsanhebungen in diesem Jahr interpretiert", erkläre Klaus Stopp von der Baader Bank. Er sehe das aber nicht so: "Die Ausführungen lassen den Eindruck entstehen, dass die von seiner Vorgängerin eingeleitete behutsame Normalisierung der Geldpolitik auch weiterhin Bestand haben wird."
Am kommenden Donnerstag stehe eine EZB-Sitzung an. "Der EZB-Rat dürfte über seine Sprachregelung zur künftigen Geldpolitik, der Forward Guidance, diskutieren", erläutere Michael Schubert von der Commerzbank. "Er könnte auf die Aussage verzichten, notfalls seine Anleihekäufe zu erhöhen." Angesichts von Aussagen einiger EZB-Ratsmitglieder sowie der bisherigen Inflationsentwicklung halte Schubert es aber für etwas wahrscheinlicher, dass der Rat seine Entscheidungen nochmals aufschiebe.
Keine Auswirkungen habe bislang die am Sonntag anstehende Wahl in Italien. "Politik in Europa ist für Anleger derzeit kein Thema", stelle Brunner fest. Nach Ansicht von Sintje Boie, HSH Nordbank, werde die Marktreaktion aber nach der Wahl nicht ausbleiben. "Ganz gleich, welche Partei oder welches Bündnis gewinnt, für die Beziehungen zwischen Europa und Rom wird es ungemütlicher." Denn fast alle Parteien hätten Steuererleichterungen und höhere Sozialleistungen in Aussicht gestellt, was die Einhaltung des Defizitkriteriums bei der jährlichen Neuverschuldung erschwere. "Das Vertrauen der Investoren in die Eurozone dürfte mit diesem Störfeuer aus Italien wieder Risse erhalten."
Außerdem werde am Sonntag das Ergebnis des SPD-Mitgliederentscheids über eine Fortsetzung der Großen Koalition veröffentlicht. "Im Fall einer überraschenden Ablehnung dürften die Renditen kräftig sinken", meine Boie.
Der Renditeaufschlag für Unternehmensanleihen habe sich unterdessen wieder ausgeweitet. "Das ist typisch für den Risk-off-Modus", bemerke Brunner. Zudem seien Hybridanleihen verkauft worden, wie der Händler berichte, etwa von Volkswagen oder BayWa. Gute Umsätze habe Brunner in der Wandelanleihe von SeniVita beobachtet.
Unter Druck geraten seien auch Nachranganleihen (ISIN XS0142391894 / WKN 542696, ISIN XS0221141400 / WKN A0EY63) der HSH Nordbank, wie Daniel melde. Am Mittwoch sei der Verkauf der Bank an die angelsächsischen Investoren Cerberus und J.C. Flowers besiegelt worden. "Im HGB-Ergebnis der Bank wird nun ein deutlich höherer Verlust vor Steuern als nach IFRS erwartet, der zu einer weiteren Verlustpartizipation der Hybridkapitalgläubiger führt", erkläre Daniel.
Kaufinteresse gebe es dem Händler zufolge an einer HELLA-Anleihe mit Laufzeit bis 2024 und Kupon von 1 Prozent. Abgeflaut sei hingegen die Nachfrage nach der in der vergangenen Woche noch sehr gesuchten neuen Sixt-Anleihe mit Kupon vom 1,5 Prozent und Laufzeit von sechs Jahren. (02.03.2018/alc/a/a)
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| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
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16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




