Anleihen: "EZB liefert wie erwartet"


13.09.24 15:10
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach der Zinssenkung ist vor der Zinssenkung: Am gestrigen Donnerstag hat die EZB über den Leitzins entschieden, am kommenden Mittwoch steht die US-Notenbanksitzung an, so die Deutsche Börse AG.

Die EZB habe - wie erwartet - die Zinsen abermals gesenkt: Den als Leitzins fungierenden Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 3,50 Prozent, den Haupt- und der Spitzenrefinanzierungssatz um jeweils 60 Basispunkte. "Angesichts der zunehmenden Zuversicht über die Erreichung des Inflationsziels war die Zinssenkung sicherlich angemessen", kommentiere Ulrike Kastens von der DWS.

Konkrete Aussagen zur weiteren Zinsentwicklung habe EZB-Chefin Lagarde vermieden. Außerdem habe die EZB die Inflationsprognosen aktualisiert. Für die Gesamtinflation seien sie unverändert geblieben, für die Kerninflation würden die Notenbanker für 2024 und 2025 aber nun mit etwas höheren Raten rechnen. "Spuren am Markt hat die EZB-Sitzung nicht hinterlassen", berichte Arthur Brunner, der für die ICF Bank Anleihen handele.

Zehnjährige Bundesanleihen würden am Freitagmorgen mit 2,15 nach 2,17 Prozent vor einer Woche rentieren. US-Treasuries gleicher Laufzeit würden aktuell 3,65 Prozent abwerfen nach 3,71 Prozent vergangenen Freitag.

Für die US-Notenbank werde ebenfalls eine Zinssenkung um 25 Basispunkte erwartet. "Die Inflationsraten sind wieder rückläufig, und die Arbeitsmärkte haben sich entspannt", stelle DWS-US-Volkswirt Christian Scherrmann fest. Er erwarte, dass die FED die Zinsen nicht nur nächste Woche um 25 Basispunkte senken werde, sondern auch auf allen verbleibenden Sitzungen in diesem Jahr.

Im Handel mit Unternehmensanleihen setze sich die Skepsis bezüglich der Autobauer fort, wie Rainer Petz von Oddo BHF berichte. "Normalerweise sehen wir fast nur Käufe, etwa für die vielen VW-Anleihen", erkläre der Händler. Jetzt seien es auch Verkäufe, wenn auch nicht im großen Stil. Die BMW-Rückrufaktion aufgrund defekter Continental-Bremsen laste darüber hinaus auf den Autozulieferern, wie Brunner berichte. Von Abgaben betroffen seien etwa Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig (ISIN DE000A3MP5K7 / WKN A3MP5K) und Paragon. "Dabei hat ZWL gute Zahlen geliefert." Bei Paragon habe auch ein Wechsel auf dem CFO-Posten eine Rolle gespielt, wie Brunner feststelle.

Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank melde Käufe für die Anfang des Monats begebene Anleihe der Deutschen Lufthansa mit Laufzeit bis 2028 und Kupon von 3,625 Prozent sowie einen E.ON-Langläufer (ISIN XS2791960664 / WKN A383CW) mit 4,125 Prozent bis 2044. "Vereinzelte Käufe" sehe er für einen Bond (ISIN DE000A3LH6U5 / WKN A3LH6U) von Mercedes-Benz mit 3,7 Prozent-Kupon und Fälligkeit 2031.

Seit heute im Handel sei eine Anleihe (ISIN XS2887896574 / WKN A383RD) von MTU Aero Engines mit 3,875 Prozent bis 2031, wie Daniel außerdem erkläre. Eine neue, vorrangig besicherte und variabel verzinsliche Anleihe (ISIN NO0013325407 / WKN A383QZ) gebe es Brunner zufolge von der Beteiligungsgesellschaft Mutares. Der Zinssatz liege bei Euribor plus 6,25 Prozent, fällig sei der Bond 2029. "Die Umsätze sind gut."

Noch voraussichtlich bis zum 25. September in der Zeichnung sei Daniel zufolge eine neue Anleihe von Spirituosenhersteller Semper idem Underberg, bekannt durch Marken wie Underberg, Asbach und Pitú. Der neue Bond laufe bis Oktober 2030. Der Kupon werde zwischen 5,75 und 6,75 Prozent liegen. Die alte Anleihe mit Laufzeit bis November 2025 und Kupon von 4 Prozent solle vorzeitig zurückgezahlt werden. "Anleger können in die neue Anleihe tauschen, der Kupon ist viel attraktiver." (13.09.2024/alc/a/a)





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