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Anleihen: "Auf vier Käufe kommt nur ein Verkauf"
26.02.24 09:24
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Anleiherenditen sind in der vergangenen Woche leicht gestiegen, so die Deutsche Börse AG.
Für die zehnjährigen US-Treasuries sei es von 4,30 auf 4,35 Prozent nach oben gegangen, deutsche Bundesanleihen würden bei identischer Laufzeit mit 2,46 Prozent nach 2,40 Prozent am vergangenen Freitag rentieren. Ende Dezember seien es noch weniger als 2,0 Prozent gewesen. Die Analysten der LBBW würden das auf eine "Neubewertung der geldpolitischen Aussichten" zurückführen. Die Hoffnung auf schnelle und starke Senkungen der Leitzinsen schwinde.
Ablesen lasse sich das an den marktimpliziten Wahrscheinlichkeiten für Zinssenkungen zu einem bestimmten Zeitpunkt. Demnach hätten Ende des vergangenen Jahres noch 100 Prozent der Marktteilnehmer*innen mit einer FED-Zinssenkung im März gerechnet. Mittlerweile sei dieser Wert fast auf null gesunken. Selbst ein erster Zinsschritt im Mai werde nur noch von 20 Prozent als wahrscheinlich angesehen. Was auch an den Statements der Verantwortlichen liege. "Vonseiten der FED gab es erneut zahlreiche Hinweise darauf, dass es schnelle Zinssenkungen wohl nicht geben wird", würden die Volkswirte der Helaba resümieren.
Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank sei hinsichtlich baldiger Zinssenkungen auch für die Eurozone skeptisch. "Mit Blick auf die jüngsten Lohnforderungen und -abschlüsse dürfte das Inflationsziel der EZB von zwei Prozent eher schwierig zu erreichen sein", begründe der Händler. Die Analysten der Weberbank würden das genauso sehen und daher empfehlen, "den Anteil von Anleihen mit langen Laufzeiten im Depot zu erhöhen, um das Zinsniveau zu sichern und die Chance auf Kursgewinne zu verstärken".
Genau das hätten viele Anleger und Anlegerinnen in den vergangenen Tagen beherzigt. "Auf vier Käufe kommt nur ein Verkauf", rechne Daniel mit Blick auf das Orderbuch vor. Gekauft worden sei zum Beispiel eine zu Jahresbeginn neu emittierte Anleihe (ISIN DE000A3827R4 / WKN A3827R) von SIXT, die bis 2029 laufe und 3,7 Prozent Rendite ermögliche. Starke Käufe habe es zudem in einer 2027 fälligen Anleihe (ISIN DE000A2R9ZU9 / WKN A2R9ZU) von Mercedes-Benz gegeben, die eine Rendite von 3,2 Prozent abwerfe. Der Autobauer habe vergangene Woche mit starken Quartalszahlen überzeugt.
Tim Oechsner von der Steubing AG melde reges Interesse an zwei frisch emittierten Papieren von Bristol-Myers Squibb (Laufzeit bis 2029; Rendite: 5,0 Prozent - ISIN US110122EF17 / WKN A3LUZQ) und Intel (Laufzeit bis 2024, Rendite: 5,3 Prozent; ISIN US458140CL20 / WKN A3LUYB). "Die Nachfrage ist noch nicht gestillt", erkläre der Händler, der mit Blick auf die jüngsten Daten zur US-Wirtschaft ebenfalls der Meinung sei, dass es für die amerikanische Notenbank "keinen Anlass gibt, baldige Zinssenkungen in Aussicht zu stellen".
Im Handel der ICF Bank erkenne Arthur Brunner einen klaren Trend, wonach Rücksetzer der Anleihekurse zum Einstieg genutzt würden. "Die Käufer wollen sich die attraktiven Renditen sichern". Dabei stünden entweder kurze (maximal zwei Jahre) oder ganz lange Laufzeiten im Fokus. Als Beispiel für die Kurzläufer nenne der Rentenspezialist zwei bis Herbst 2025 laufende Anleihen der KfW (ISIN DE000A30VUG3 / WKN A30VUG) und der Deutschen Börse (ISIN DE000A1684V3 / WKN A1684V), die jeweils eine Rendite von 3,1 Prozent abwerfen würden.
Am langen Ende habe es gute Umsätze in einer erst 2049 fälligen Italien-Anleihe gegeben, wo die Kursentwicklung durch die lange Laufzeit recht volatil sei und immer wieder vermeintlich günstige Einstiegschancen biete. Ebenfalls gekauft worden sei eine Anleihe von Semper idem Underberg, nachdem das Unternehmen angekündigt habe, eine ältere Anleihe vorzeitig zurückzuzahlen. Davon habe diese mit 4,4 Prozent rentierende Anleihe profitiert, erkläre Brunner die starke Nachfrage. (Ausgabe vom 23.02.2024) (26.02.2024/alc/a/a)
Für die zehnjährigen US-Treasuries sei es von 4,30 auf 4,35 Prozent nach oben gegangen, deutsche Bundesanleihen würden bei identischer Laufzeit mit 2,46 Prozent nach 2,40 Prozent am vergangenen Freitag rentieren. Ende Dezember seien es noch weniger als 2,0 Prozent gewesen. Die Analysten der LBBW würden das auf eine "Neubewertung der geldpolitischen Aussichten" zurückführen. Die Hoffnung auf schnelle und starke Senkungen der Leitzinsen schwinde.
Ablesen lasse sich das an den marktimpliziten Wahrscheinlichkeiten für Zinssenkungen zu einem bestimmten Zeitpunkt. Demnach hätten Ende des vergangenen Jahres noch 100 Prozent der Marktteilnehmer*innen mit einer FED-Zinssenkung im März gerechnet. Mittlerweile sei dieser Wert fast auf null gesunken. Selbst ein erster Zinsschritt im Mai werde nur noch von 20 Prozent als wahrscheinlich angesehen. Was auch an den Statements der Verantwortlichen liege. "Vonseiten der FED gab es erneut zahlreiche Hinweise darauf, dass es schnelle Zinssenkungen wohl nicht geben wird", würden die Volkswirte der Helaba resümieren.
Genau das hätten viele Anleger und Anlegerinnen in den vergangenen Tagen beherzigt. "Auf vier Käufe kommt nur ein Verkauf", rechne Daniel mit Blick auf das Orderbuch vor. Gekauft worden sei zum Beispiel eine zu Jahresbeginn neu emittierte Anleihe (ISIN DE000A3827R4 / WKN A3827R) von SIXT, die bis 2029 laufe und 3,7 Prozent Rendite ermögliche. Starke Käufe habe es zudem in einer 2027 fälligen Anleihe (ISIN DE000A2R9ZU9 / WKN A2R9ZU) von Mercedes-Benz gegeben, die eine Rendite von 3,2 Prozent abwerfe. Der Autobauer habe vergangene Woche mit starken Quartalszahlen überzeugt.
Tim Oechsner von der Steubing AG melde reges Interesse an zwei frisch emittierten Papieren von Bristol-Myers Squibb (Laufzeit bis 2029; Rendite: 5,0 Prozent - ISIN US110122EF17 / WKN A3LUZQ) und Intel (Laufzeit bis 2024, Rendite: 5,3 Prozent; ISIN US458140CL20 / WKN A3LUYB). "Die Nachfrage ist noch nicht gestillt", erkläre der Händler, der mit Blick auf die jüngsten Daten zur US-Wirtschaft ebenfalls der Meinung sei, dass es für die amerikanische Notenbank "keinen Anlass gibt, baldige Zinssenkungen in Aussicht zu stellen".
Im Handel der ICF Bank erkenne Arthur Brunner einen klaren Trend, wonach Rücksetzer der Anleihekurse zum Einstieg genutzt würden. "Die Käufer wollen sich die attraktiven Renditen sichern". Dabei stünden entweder kurze (maximal zwei Jahre) oder ganz lange Laufzeiten im Fokus. Als Beispiel für die Kurzläufer nenne der Rentenspezialist zwei bis Herbst 2025 laufende Anleihen der KfW (ISIN DE000A30VUG3 / WKN A30VUG) und der Deutschen Börse (ISIN DE000A1684V3 / WKN A1684V), die jeweils eine Rendite von 3,1 Prozent abwerfen würden.
Am langen Ende habe es gute Umsätze in einer erst 2049 fälligen Italien-Anleihe gegeben, wo die Kursentwicklung durch die lange Laufzeit recht volatil sei und immer wieder vermeintlich günstige Einstiegschancen biete. Ebenfalls gekauft worden sei eine Anleihe von Semper idem Underberg, nachdem das Unternehmen angekündigt habe, eine ältere Anleihe vorzeitig zurückzuzahlen. Davon habe diese mit 4,4 Prozent rentierende Anleihe profitiert, erkläre Brunner die starke Nachfrage. (Ausgabe vom 23.02.2024) (26.02.2024/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 101,122 € | 101,032 € | 0,09 € | +0,09% | 17.04./08:20 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE000A3827R4 | A3827R | 103,89 € | 100,27 € | |
Werte im Artikel
20.06.25
, Deutsche Börse AG
Anleihen: Ohne klare Richtung




