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Anleihen: Auf der Suche nach mehr Rendite
10.05.13 16:33
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Weitere Zinssenkungen der Notenbanken rund um den Globus gepaart mit überzeugenden Fundamentaldaten wichtiger Volkswirtschaften erhöhen die Risikobereitschaft vieler Anleger, so die Deutsche Börse AG.
Besser verzinsliche Spezialthemen stünden nach Beobachtung von Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft derzeit im Vordergrund, mit dabei neue Mittelstands-Anleihen. "Sogar frisch emittierte langfristige Staatsanleihen aus Portugal werden wieder gekauft", beschreibe die HSH Nordbank. Damit würden mutige Reformvorhaben der portugiesischen Regierung belohnt, die beispielsweise die Anhebung der Arbeitszeit von 35 auf 40 Stunden im öffentlichen Dienst, den Abbau von 30.000 Stellen in der Verwaltung sowie höhere Sozialbeiträge für Pensionäre beschlossen hätten.
Rund zwei Jahre nach der Fast-Staatspleite sei es dem portugiesischen Staat gelungen, eine zehnjährige Anleihe im Wert von 3 Mrd. Euro zu einem Zinssatz von 5,6 Prozent zu platzieren. Angebote hätten für über 9 Mrd. Euro vorgelegen. Bereits im Februar habe die Aufstockung einer existierenden fünfjährigen portugiesischen Anleihe reibungslos geklappt.
Die spanische Regierung habe am Donnerstag drei Anleihen um insgesamt knapp 4,6 Mrd. Euro aufgestockt und müsse dafür geringere Zinsen zahlen als bei den vorherigen Auktionen, wie Arne Hellwig von der Hellwig Wertpapierhandelsbank berichte. "Bei Überzeichnungsquoten zwischen 1,6 und 2,3 setzt sich der positive Emissionstrend bei den Iberen fort."
Andere Sorgenkinder der Eurozone hätten laut Klaus Stopp unterdessen mit neuen Problemen zu kämpfen. "Insbesondere Italien droht noch tiefer in die Schuldenkrise zu schliddern", beschreibe der Rentenexperte der Baader Bank. Statt einem im November 2012 prognostizierten Minus von 1 Prozent gehe die OECD für das Jahr 2013 nun von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 1,5 Prozent aus. "Auch die Neuverschuldung Italiens wird vermutlich eher 3,3 statt 2,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen."
Nach Erreichen eines neuen Allzeithochs von 147,2 Prozent Anfang Mai habe der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) mittlerweile den Rückzug angetreten. Das deutsche Rentenbarometer notiere am Freitagmorgen knapp über 145 Prozent. "Technische Indikatoren und ein starker Aktienmarkt waren mitverantwortlich", meine Hellwig. Zehnjährige Bundrenditen hätten in diesem Umfeld zeitweise wieder die Marke von 1,30 Prozent überschritten.
Im Handel verbuche Daniel reges Interesse etwa an einer bis 2018 laufenden Anleihe (ISIN DE000A1KQ1E2 / WKN A1KQ1E) der Heidelberger Druckmaschinen AG, die mit einem jährlichen Kupon von 9,250 Prozent überzeuge. Die Zinszahlungen seien halbjährlich erfolgt. Investoren hätten sich zudem eine 2034 fällig werdende österreichische Staatsanleihe (ISIN AT0000A10683 / WKN A1HJL6) mit einem jährlichen Kupon von 2,4 Prozent verstärkt ins Depot gelegt.
Ebenfalls im Bereich der Unternehmensanleihen seien Papiere von IVG nach mageren Zahlen nochmals unter Druck geraten, wie Daniel registriere. "Dem Unternehmen geht es schlecht, deshalb stoßen Anleger ihre Anleihen vermehrt ab." Das mit jährlich 6,063 Prozent ausgestattete Papier notiere derzeit zwischen 13 und 14 Prozent. Bis Mitte August wolle der hoch verschuldete Bonner Immobilienkonzern einen Ausweg aus seiner existenzbedrohenden Lage finden. "Zusammen mit Aktionären, Banken und Anleihegläubigern strebt IVG eine gemeinschaftliche Lösung an."
Ein Nachfrageschub für einen mit 8,0 Prozent verzinsten Clondalkin-Bond habe es Daniel zufolge gegeben, nachdem das Unternehmen die Emission einer neuen Anleihe zu einem niedrigeren Zins angekündigt habe. Diese Entwicklung könne mit der Anhebung der Bonität des niederländischen Konzerns von Caa1 auf B3 durch Moody's in Zusammenhang stehen. "Vor einem halben Jahr war die Anleihe mit rund 80 Prozent noch deutlich günstiger zu haben."
Auf das Konto "Anziehungskraft eines guten Namens" verbuche Hellwig das Anlegerinteresse an einer neuen Volkswagen Bank-Anleihe. Mit 1,125 Prozent liege dieses mit einer Stücklung von 1.000 Euro ausgegebene und am 8. Februar 2018 fällig werdende Papier eher am unteren Ende der Zinsskala.
Noch bis heute 16 Uhr könnten Anleger eine Anleihe (ISIN DE000A1R0741 / WKN A1R074) der Cuxhavener PNE Wind mit einer Laufzeit von fünf Jahren zeichnen. Für institutionelle Investoren habe der Windparkanlagen-Bauer die Zeichnungsmöglichkeit am vergangenen Mittwoch zur Mittagszeit vorzeitig beendet. Bis dahin habe der Entwickler von Off-Shore und On-Shore Windparkprojekten im In- und Ausland insgesamt Schuldverschreibungen im Volumen von rund 60 Mio. Euro eingesammelt. Voraussichtlich ab 15. Mai werde die mit einem Kupon von 8 Prozent ausgestattete Anleihe an der Börse Frankfurt handelbar sein.
Mit einer inflationsgesicherten 5-Jahres-Anleihe (ISIN DE000A1TM8Z7 / WKN A1TM8Z) und einem jährlichen Zins von 6,25 Prozent wende sich Stern Immobilien seit dem 2. Mai an Kapitalmarktanleger und erhoffe sich so die Aufnahme von bis zu 20 Mio. Euro. Verwendet werden sollten die Mittel für den Erwerb einer Immobilie im Münchner Stadtteil Lehel sowie die Entwicklung eines Gewerbegebietes im Süden von München.
Zudem plane die Emittentin die Beteiligung an einer Projektgesellschaft zur Durchführung einer städtebaulichen Entwicklung in Istanbul. Der Anspruch auf Rückzahlung der Inhaber-Teilschuldverschreibungen werde durch Verpfändung von 90.000 Inhaberaktien an der Stern Real Estate AG sowie durch Verpfändung von Forderungen der Emittentin gegenüber der Stern Real Estate AG im Gesamtwert von 55 Prozent des platzierten Anleihevolumens besichert.
Ab 13. Mai bis voraussichtlich 17. Mai könnten Anleger eine S&T AG-Anleihe zeichnen. Das rund 1.500 Mitarbeiter starke IT-Systemhaus mit Geschäftsschwerpunkten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Osteuropa plane die Aufnahme von bis zu 15 Mio. Euro in einer Stückelung von 1.000 Euro über den Kapitalmarkt. Bei einer Laufzeit von fünf Jahren biete der auf die Entwicklung von Hardware- und Softwarelösungen spezialisierte Anbieter einen Kupon von jährlich 7,25 Prozent. Creditreform benote das auf Datensicherheitssysteme in den Märkten Security, Infotainment, Automatisierung und Medizin fokussierte Unternehmen mit BBB-. (10.05.2013/alc/a/a)
Besser verzinsliche Spezialthemen stünden nach Beobachtung von Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft derzeit im Vordergrund, mit dabei neue Mittelstands-Anleihen. "Sogar frisch emittierte langfristige Staatsanleihen aus Portugal werden wieder gekauft", beschreibe die HSH Nordbank. Damit würden mutige Reformvorhaben der portugiesischen Regierung belohnt, die beispielsweise die Anhebung der Arbeitszeit von 35 auf 40 Stunden im öffentlichen Dienst, den Abbau von 30.000 Stellen in der Verwaltung sowie höhere Sozialbeiträge für Pensionäre beschlossen hätten.
Rund zwei Jahre nach der Fast-Staatspleite sei es dem portugiesischen Staat gelungen, eine zehnjährige Anleihe im Wert von 3 Mrd. Euro zu einem Zinssatz von 5,6 Prozent zu platzieren. Angebote hätten für über 9 Mrd. Euro vorgelegen. Bereits im Februar habe die Aufstockung einer existierenden fünfjährigen portugiesischen Anleihe reibungslos geklappt.
Die spanische Regierung habe am Donnerstag drei Anleihen um insgesamt knapp 4,6 Mrd. Euro aufgestockt und müsse dafür geringere Zinsen zahlen als bei den vorherigen Auktionen, wie Arne Hellwig von der Hellwig Wertpapierhandelsbank berichte. "Bei Überzeichnungsquoten zwischen 1,6 und 2,3 setzt sich der positive Emissionstrend bei den Iberen fort."
Andere Sorgenkinder der Eurozone hätten laut Klaus Stopp unterdessen mit neuen Problemen zu kämpfen. "Insbesondere Italien droht noch tiefer in die Schuldenkrise zu schliddern", beschreibe der Rentenexperte der Baader Bank. Statt einem im November 2012 prognostizierten Minus von 1 Prozent gehe die OECD für das Jahr 2013 nun von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 1,5 Prozent aus. "Auch die Neuverschuldung Italiens wird vermutlich eher 3,3 statt 2,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen."
Nach Erreichen eines neuen Allzeithochs von 147,2 Prozent Anfang Mai habe der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) mittlerweile den Rückzug angetreten. Das deutsche Rentenbarometer notiere am Freitagmorgen knapp über 145 Prozent. "Technische Indikatoren und ein starker Aktienmarkt waren mitverantwortlich", meine Hellwig. Zehnjährige Bundrenditen hätten in diesem Umfeld zeitweise wieder die Marke von 1,30 Prozent überschritten.
Ebenfalls im Bereich der Unternehmensanleihen seien Papiere von IVG nach mageren Zahlen nochmals unter Druck geraten, wie Daniel registriere. "Dem Unternehmen geht es schlecht, deshalb stoßen Anleger ihre Anleihen vermehrt ab." Das mit jährlich 6,063 Prozent ausgestattete Papier notiere derzeit zwischen 13 und 14 Prozent. Bis Mitte August wolle der hoch verschuldete Bonner Immobilienkonzern einen Ausweg aus seiner existenzbedrohenden Lage finden. "Zusammen mit Aktionären, Banken und Anleihegläubigern strebt IVG eine gemeinschaftliche Lösung an."
Ein Nachfrageschub für einen mit 8,0 Prozent verzinsten Clondalkin-Bond habe es Daniel zufolge gegeben, nachdem das Unternehmen die Emission einer neuen Anleihe zu einem niedrigeren Zins angekündigt habe. Diese Entwicklung könne mit der Anhebung der Bonität des niederländischen Konzerns von Caa1 auf B3 durch Moody's in Zusammenhang stehen. "Vor einem halben Jahr war die Anleihe mit rund 80 Prozent noch deutlich günstiger zu haben."
Auf das Konto "Anziehungskraft eines guten Namens" verbuche Hellwig das Anlegerinteresse an einer neuen Volkswagen Bank-Anleihe. Mit 1,125 Prozent liege dieses mit einer Stücklung von 1.000 Euro ausgegebene und am 8. Februar 2018 fällig werdende Papier eher am unteren Ende der Zinsskala.
Noch bis heute 16 Uhr könnten Anleger eine Anleihe (ISIN DE000A1R0741 / WKN A1R074) der Cuxhavener PNE Wind mit einer Laufzeit von fünf Jahren zeichnen. Für institutionelle Investoren habe der Windparkanlagen-Bauer die Zeichnungsmöglichkeit am vergangenen Mittwoch zur Mittagszeit vorzeitig beendet. Bis dahin habe der Entwickler von Off-Shore und On-Shore Windparkprojekten im In- und Ausland insgesamt Schuldverschreibungen im Volumen von rund 60 Mio. Euro eingesammelt. Voraussichtlich ab 15. Mai werde die mit einem Kupon von 8 Prozent ausgestattete Anleihe an der Börse Frankfurt handelbar sein.
Mit einer inflationsgesicherten 5-Jahres-Anleihe (ISIN DE000A1TM8Z7 / WKN A1TM8Z) und einem jährlichen Zins von 6,25 Prozent wende sich Stern Immobilien seit dem 2. Mai an Kapitalmarktanleger und erhoffe sich so die Aufnahme von bis zu 20 Mio. Euro. Verwendet werden sollten die Mittel für den Erwerb einer Immobilie im Münchner Stadtteil Lehel sowie die Entwicklung eines Gewerbegebietes im Süden von München.
Zudem plane die Emittentin die Beteiligung an einer Projektgesellschaft zur Durchführung einer städtebaulichen Entwicklung in Istanbul. Der Anspruch auf Rückzahlung der Inhaber-Teilschuldverschreibungen werde durch Verpfändung von 90.000 Inhaberaktien an der Stern Real Estate AG sowie durch Verpfändung von Forderungen der Emittentin gegenüber der Stern Real Estate AG im Gesamtwert von 55 Prozent des platzierten Anleihevolumens besichert.
Ab 13. Mai bis voraussichtlich 17. Mai könnten Anleger eine S&T AG-Anleihe zeichnen. Das rund 1.500 Mitarbeiter starke IT-Systemhaus mit Geschäftsschwerpunkten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Osteuropa plane die Aufnahme von bis zu 15 Mio. Euro in einer Stückelung von 1.000 Euro über den Kapitalmarkt. Bei einer Laufzeit von fünf Jahren biete der auf die Entwicklung von Hardware- und Softwarelösungen spezialisierte Anbieter einen Kupon von jährlich 7,25 Prozent. Creditreform benote das auf Datensicherheitssysteme in den Märkten Security, Infotainment, Automatisierung und Medizin fokussierte Unternehmen mit BBB-. (10.05.2013/alc/a/a)
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Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




