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Anleihemarkt: US-Geldpolitik wird scharf im Auge behalten


05.02.14 10:48
Swisscanto

Zürich (www.anleihencheck.de) - Im Monat Januar reagierten die Märkte auf gute weltweite Wirtschaftsaussichten zuerst sehr positiv, so die Experten von Swisscanto.

Die fortgesetzte Drosselung der amerikanischen Geldpolitik habe dann eine Abwendung von risikoreichen Anlagen ausgelöst. In mehreren Emerging Markets sei es zu starken Währungsverwerfungen gekommen. Die Experten würden sich deutlich defensiver positionieren als zu Jahresbeginn.

Nach einem gelungenen Start ins neue Jahr habe sich das Bild in der zweiten Januarhälfte geändert: Die internationalen Aktien- und Kapitalmärkte hätten die ersten stärkeren Kursabschläge dieses Jahres erlebt. Bei Aktien habe auf hohen Kursniveaus schnell Nervosität um sich gegriffen. Die Phase extrem niedriger Volatilität sei abrupt beendet worden. Auslöser sei die im Dezember eingeleitete und im Januar bestätigte Wende der US-Geldpolitik gewesen. Neben den internationalen Börsen seien vor allem die Währungen einiger Emerging Markets unter starken Abwertungsdruck geraten.

Die Ländergruppe der Emerging Markets sei nicht homogen. Es gebe landesspezifische Achillesfersen: Einzelne Länder würden hohe Leistungsbilanzdefizite aufweisen und nun die Zinsen erhöhen, um massive Kapitalabflüsse zu stoppen. Betroffen seien Brasilien, Indien, Südafrika und zuletzt besonders drastisch die Türkei und Argentinien. Angesichts der massiv erhöhten Zinsen bestehe die Gefahr, dass diese Länder in die Rezession abrutschen würden. Angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung dieser wichtigen Schwellenländer bestehe zudem die Gefahr von negativen Spill-over-Effekten auf die Weltwirtschaft.

Weil die Abflüsse aus Anlagen in Emerging Markets anhalten würden, würden die Experten ihre Position bei Emerging Markets Debt verringern. Zudem würden sie sich auch bei Aktien vorsichtiger aufstellen. Etwas reduziert würden Positionen in Schweizer Aktien, die durch die Kursanstiege der jüngeren Vergangenheit teuer geworden seien. Auch unser recht starkes Übergewicht bei europäischen Aktien wird etwas reduziert, so die Experten von Swisscanto.

Den Abflüssen aus den Emerging Markets hätten Zuflüsse in die USD-, EUR- und CHF-Anleihenmärkte gegenübergestanden. Die Rendite des zehnjährigen US-Treasury habe von 3,02 Prozent (31.12.2013) auf aktuell 2,69 Prozent nachgegeben. In Europa hätten sich die Spreads der Peripherie weiter verengt. Janet Yellen übernehme zu Beginn des Monats Februar das geldpolitische Zepter der US-Notenbank. In den kommenden Monaten werde mit Argusaugen beobachtet werden, was die US-Notenbank tun werde, um angesichts der positiven US-Wirtschaftsentwicklung die Inflationserwartungen weiter wie gewünscht zu verankern. Die Experten würden nach wie vor von einem moderaten, geordneten Zinsanstieg ausgehen.

Der fundamentale Background für Aktieninvestments werde durch die akute Nervosität noch nicht grundsätzlich infrage gestellt. Die Experten von Swisscanto sehen in den USA in der laufenden Berichtssaison wieder gutes Gewinnwachstum. In Europa nehme die Gewinndynamik zu, weshalb die Experten europäische Aktien in Verbindung mit vorhandenen Bewertungsreserven weiterhin für interessant halten würden. (05.02.2014/alc/a/a)