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Anleihemarkt: Im Seitwärtstrend
29.08.16 09:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Am Anleihemarkt geht es im Moment - wie am Aktienmarkt - seitwärts, es fehlen die Impulse, so die Deutsche Börse AG.
Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank spreche von einem "sommerlich trägen" Handel. Neben der Ferienzeit gebe es noch einen anderen Grund: Alles warte auf die Rede von FED-Chefin Janet Yellen heute Abend auf dem Notenbankertreffen in Jackson Hole. Erhofft würden Hinweise über den weiteren Kurs der US-Notenbank.
Der Euro-Bund-Future zeige sich kaum verändert: Am Freitagmittag notiere der Indikator für die langfristigen Zinserwartungen bei 167,70 Punkten, vor einer Woche seien es 167,01 Prozent gewesen. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen verharre im Negativbereich, aktuell seien es minus 0,08 nach minus 0,03 Prozent vor einer Woche.
"Sowohl in den USA als auch in Deutschland bewegen sich die zehnjährigen Renditen seit über einem Monat nicht mehr signifikant aus einem etwa zehn Basispunkte breiten Band von 1,5 bis 1,6 Prozent in den USA und minus 0,1 bis 0 Prozent in Deutschland heraus", erkläre Jan Edelmann von der HSH Nordbank. Die Schwankungen der Renditen beider Staatsanleihen seien so niedrig wie nie im letzten Jahrzehnt. Das werde nach Ansicht des Analysten vorerst auch so bleiben: "Daran wird die Jackson Hole-Konferenz nur dann etwas ändern, wenn sich aus den Reden wirkliche geldpolitische Neuerungen ableiten lassen."
Zuvor sei die Debatte über eine US-Leitzinserhöhung durch Aussagen von FED-Vize Stanley Fischer belebt worden. "Fischer sprach davon, dass die US-Notenbank ihre Ziele fast erreicht hat", erkläre Tillmann. "Die Erwartungshaltung im Markt hinsichtlich einer baldigen Zinserhöhung nahm daraufhin leicht zu."
"Die konjunkturelle Entwicklung in den USA ist stabil", bemerke Ralf Umlauf von der Helaba. Fischers Kommentar habe Spekulationen hervorgerufen, FED-Chefin Janet Yellen könne das Notenbanktreffen dazu nutzen, klare Zinssignale auszusenden. "Wir sind diesbezüglich skeptisch. Zwar halten wir eine Erhöhung in diesem Jahr für wahrscheinlich, rechnen aber eher im Dezember damit." Bis dahin gebe es auch weitere wichtige Informationen über den Zustand der US-Volkswirtschaft. Auch die Commerzbank gehe nicht von einer Zinsanhebung im September aus. "Mittelfristig sprechen die sich stetig aufhellenden Bedingungen am Arbeitsmarkt aber für höhere Zinsen", meine Rainer Guntermann. Damit drohe für den Markt eine Überraschung. "Eine Zinserhöhung ist erst für Juli 2017 vollständig eingepreist."
Bereits vergangene Woche hätten portugiesische Anleihen deutlich verloren nach Spekulationen über eine Herabstufung des Landes, die Rendite zehnjähriger Anleihen sei über die Marke von 3 Prozent geklettert. Am Montag habe sich der Trend noch fortgesetzt. "Portugiesische Anleihen standen erneut unter Druck, obwohl die Ratingagentur Fitch dem Land ein BB+ Rating attestiert hatte und auch von der kanadischen Rating-Agentur DBRS wieder versöhnlichere Töne in Sachen Investmentgrade-Rating kamen", melde Tillmann.
Das Rating durch DBRS sei wichtig, da die Kanadier als einzige große Agentur portugiesische Anleihen noch nicht auf Ramschniveau gestuft hätten, die EZB dürfe somit weiter Portugal-Anleihen aufkaufen. Mittlerweile habe sich die Lage etwas beruhigt, am Freitagmittag liege die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen Portugals knapp unter 3 Prozent.
Im Handel mit Unternehmensanleihen gehe es derzeit ebenfalls eher ruhig zu. "Es ist nicht viel los", melde Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Er berichte von Abgaben in einer bis 2074 laufenden Anleihe (ISIN XS1152338072 / WKN A13R96) der Merck KGaA, in einem UBS-Papier mit Laufzeit bis 2019 und einem Bond (ISIN DE000A0G4X39 / WKN A0G4X3) des österreichischen Baukonzerns Wienerberger. Dass die HSH Nordbank mit der Kernbank weiter schwarze Zahlen schreibe, sorge außerdem für anziehende Kurse in HSH Nordbank-Papieren (ISIN XS0142391894 / WKN 542696). (Ausgabe vom 26.08.2016) (29.08.2016/alc/a/a)
Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank spreche von einem "sommerlich trägen" Handel. Neben der Ferienzeit gebe es noch einen anderen Grund: Alles warte auf die Rede von FED-Chefin Janet Yellen heute Abend auf dem Notenbankertreffen in Jackson Hole. Erhofft würden Hinweise über den weiteren Kurs der US-Notenbank.
Der Euro-Bund-Future zeige sich kaum verändert: Am Freitagmittag notiere der Indikator für die langfristigen Zinserwartungen bei 167,70 Punkten, vor einer Woche seien es 167,01 Prozent gewesen. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen verharre im Negativbereich, aktuell seien es minus 0,08 nach minus 0,03 Prozent vor einer Woche.
"Sowohl in den USA als auch in Deutschland bewegen sich die zehnjährigen Renditen seit über einem Monat nicht mehr signifikant aus einem etwa zehn Basispunkte breiten Band von 1,5 bis 1,6 Prozent in den USA und minus 0,1 bis 0 Prozent in Deutschland heraus", erkläre Jan Edelmann von der HSH Nordbank. Die Schwankungen der Renditen beider Staatsanleihen seien so niedrig wie nie im letzten Jahrzehnt. Das werde nach Ansicht des Analysten vorerst auch so bleiben: "Daran wird die Jackson Hole-Konferenz nur dann etwas ändern, wenn sich aus den Reden wirkliche geldpolitische Neuerungen ableiten lassen."
"Die konjunkturelle Entwicklung in den USA ist stabil", bemerke Ralf Umlauf von der Helaba. Fischers Kommentar habe Spekulationen hervorgerufen, FED-Chefin Janet Yellen könne das Notenbanktreffen dazu nutzen, klare Zinssignale auszusenden. "Wir sind diesbezüglich skeptisch. Zwar halten wir eine Erhöhung in diesem Jahr für wahrscheinlich, rechnen aber eher im Dezember damit." Bis dahin gebe es auch weitere wichtige Informationen über den Zustand der US-Volkswirtschaft. Auch die Commerzbank gehe nicht von einer Zinsanhebung im September aus. "Mittelfristig sprechen die sich stetig aufhellenden Bedingungen am Arbeitsmarkt aber für höhere Zinsen", meine Rainer Guntermann. Damit drohe für den Markt eine Überraschung. "Eine Zinserhöhung ist erst für Juli 2017 vollständig eingepreist."
Bereits vergangene Woche hätten portugiesische Anleihen deutlich verloren nach Spekulationen über eine Herabstufung des Landes, die Rendite zehnjähriger Anleihen sei über die Marke von 3 Prozent geklettert. Am Montag habe sich der Trend noch fortgesetzt. "Portugiesische Anleihen standen erneut unter Druck, obwohl die Ratingagentur Fitch dem Land ein BB+ Rating attestiert hatte und auch von der kanadischen Rating-Agentur DBRS wieder versöhnlichere Töne in Sachen Investmentgrade-Rating kamen", melde Tillmann.
Das Rating durch DBRS sei wichtig, da die Kanadier als einzige große Agentur portugiesische Anleihen noch nicht auf Ramschniveau gestuft hätten, die EZB dürfe somit weiter Portugal-Anleihen aufkaufen. Mittlerweile habe sich die Lage etwas beruhigt, am Freitagmittag liege die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen Portugals knapp unter 3 Prozent.
Im Handel mit Unternehmensanleihen gehe es derzeit ebenfalls eher ruhig zu. "Es ist nicht viel los", melde Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Er berichte von Abgaben in einer bis 2074 laufenden Anleihe (ISIN XS1152338072 / WKN A13R96) der Merck KGaA, in einem UBS-Papier mit Laufzeit bis 2019 und einem Bond (ISIN DE000A0G4X39 / WKN A0G4X3) des österreichischen Baukonzerns Wienerberger. Dass die HSH Nordbank mit der Kernbank weiter schwarze Zahlen schreibe, sorge außerdem für anziehende Kurse in HSH Nordbank-Papieren (ISIN XS0142391894 / WKN 542696). (Ausgabe vom 26.08.2016) (29.08.2016/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 126,0443 € | 125,1945 € | 0,8499 € | +0,68% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



