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Anleihemarkt: Nur Langläufer bringen noch Erträge
18.04.16 17:12
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zum Wochenbeginn betrug die durchschnittliche Rendite für deutsche Staatsanleihen mit einer Laufzeit zwischen drei und 30 Jahren erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik 0 Prozent, so die Deutsche Börse AG.
Die von der Bundesbank täglich ermittelte Umlaufrendite werde auf Basis tatsächlicher Kurse berechnet. Demnach hätten Käufer hiesiger Staatsanleihen nur noch ab Laufzeiten von zehn Jahren positive Erträge erhalten, darunter rutsche man in den Minusbereich.
"Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen sanken kurzzeitig auf den bisherigen Jahrestiefststand", ergänze Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank. Mittlerweile habe die Risikobereitschaft der Anleger wieder zugenommen, entsprechend habe der richtungweisende Euro-Bund-Future seit Montag leicht nachgegeben und notiere am Morgen bei 163,45 Prozent. Das entspreche einer Rendite von 0,16 Prozent.
Nachdem sich der Internationale Währungsfonds erneut pro einer wie auch immer geartete Schuldenerleichterung für Griechenland ausgesprochen habe, sehe auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung DIW die griechische Regierung nicht in der Lage, ihre Schulden zu begleichen. Das Münchner Ifo-Institut bringe gar einen Abschied des Landes aus der Währungsunion ins Gespräch mit der Begründung, dass eine billigere Währung der heimischen Wirtschaft Wettbewerbsvorteile verschaffen würde.
"Athen will dem Parlament nächste Woche seine Gesetzesvorlagen für eine Renten- und Steuerreform vorlegen", bemerke Klaus Stopp von der Baader Bank. Dessen Bewertung sei entscheidend für eine positive Beurteilung durch Internationalen Währungsfonds, Europäische Zentralbank und EU-Kommission. Davon hänge wiederum ab, ob dem Land weiteres Geld ausgezahlt werde. Neben den im Juli an IWF und die EU zur Rückzahlung anstehenden 3,5 Milliarden Euro müssten unbezahlte Rechnungen beglichen werden. "Bis zum Treffen der Eurozonen-Finanzminister am 22. April soll eine Lösung gefunden werden."
Die jüngsten Ereignisse würden sich in der Kursentwicklung griechischer Staatsanleihen widerspiegeln, wie Stopp registriere. Die Renditen zehnjähriger Bonds seien seit Mitte Februar von 11,47 auf zwischenzeitlich 8,7 Prozent gefallen und hätten sich mit gegenwärtig 9,37 Prozent wieder etwas gefangen. Im kurzfristigen Bereich rentiere ein bis April 2019 laufender griechischer Bonds (ISIN GR0114028534 / WKN A1ZGWQ) über 10 Prozent.
Den Handel mit Unternehmensanleihen beschreibe Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank als ruhig. Nach langer Abwesenheit sei Peugeot in dieser Woche wieder aktiv geworden. Der französische Autobauer habe eine 0,5 Milliarden Euro schwere mit 2,375 Prozent verzinste siebenjährige Anleihe (ISIN FR0013153707 / WKN A18Z7V) in einer Stückelung von 1.000 Euro emittiert, die seit Handelsaufnahme laut Daniel von Anlegern rege nachgefragt werde. Die reguläre Laufzeit der mittlerweile 101,95 Prozent teuren und bis April 2023 laufenden Anleihe könne von Peugeot über eine Make-Whole-Option verkürzt werden.
Kaum Interesse würden Investoren Daniel zufolge an einer Emission der Deutschen Telekom und einem BMW-Neuling zeigen. Letzerer biete einen Kupon von 0,75 Prozent bei einer Laufzeit bis April 2024. Der deutsche Autoproduzent habe sich über zwei Emissionen von insgesamt 1,5 Milliarden Euro zu günstigen Konditionen refinanziert. Eine vierjährige Anleihe (ISIN XS1396260520 / WKN A18Z74) biete dem Anleger jährliche Zinsen in Höhe von 0,125 Prozent.
"Rechnet man die Gebühren dazu, sind Anleihen von bonitätsstarken Unternehmen aufgrund der niedrigen Zinsen für Privatanleger kaum noch attraktiv", begründe Arthur Brunner von der ICF Bank.
Ab kommenden Dienstag starte die Zeichnungsfrist für eine fünfjährige Anleihe (ISIN nicht bekannt/ WKN A2AATX) der Karlsberg Brauerei mit einem Kupon in der Spanne zwischen 5,25 bis 5,75 Prozent. Die Saarländer würden auf die Aufnahme von 40 Millionen Euro zielen. "Damit soll unter anderem die bestehende Anleihe (ISIN DE000A1REWV2 / WKN A1REWV) zu einem Kurs von 101 Prozent am 28. September vorzeitig abgelöst werden", wisse Brunner. Das sei dem Händler zufolge der Grund für die verstärkten Verkäufe der Altanleihe in dieser Woche.
Nach den Verlusten der vergangenen Wochen hätten Anleger verstärkt zu einer Spürbares im September 2017 fällig werdenden Travel24.com-Anleihe (ISIN DE000A1PGRG2 / WKN A1PGRG) gegriffen, wie Brunner berichte. "In den vergangenen drei Tagen hat der Wert von 18,11 auf 24,5 Prozent zugelegt." Schlechte Nachrichten seien für die vorangegangenen Verluste nicht verantwortlich. (Ausgabe vom 15.04.2016) (18.04.2016/alc/a/a)
Die von der Bundesbank täglich ermittelte Umlaufrendite werde auf Basis tatsächlicher Kurse berechnet. Demnach hätten Käufer hiesiger Staatsanleihen nur noch ab Laufzeiten von zehn Jahren positive Erträge erhalten, darunter rutsche man in den Minusbereich.
"Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen sanken kurzzeitig auf den bisherigen Jahrestiefststand", ergänze Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank. Mittlerweile habe die Risikobereitschaft der Anleger wieder zugenommen, entsprechend habe der richtungweisende Euro-Bund-Future seit Montag leicht nachgegeben und notiere am Morgen bei 163,45 Prozent. Das entspreche einer Rendite von 0,16 Prozent.
Nachdem sich der Internationale Währungsfonds erneut pro einer wie auch immer geartete Schuldenerleichterung für Griechenland ausgesprochen habe, sehe auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung DIW die griechische Regierung nicht in der Lage, ihre Schulden zu begleichen. Das Münchner Ifo-Institut bringe gar einen Abschied des Landes aus der Währungsunion ins Gespräch mit der Begründung, dass eine billigere Währung der heimischen Wirtschaft Wettbewerbsvorteile verschaffen würde.
"Athen will dem Parlament nächste Woche seine Gesetzesvorlagen für eine Renten- und Steuerreform vorlegen", bemerke Klaus Stopp von der Baader Bank. Dessen Bewertung sei entscheidend für eine positive Beurteilung durch Internationalen Währungsfonds, Europäische Zentralbank und EU-Kommission. Davon hänge wiederum ab, ob dem Land weiteres Geld ausgezahlt werde. Neben den im Juli an IWF und die EU zur Rückzahlung anstehenden 3,5 Milliarden Euro müssten unbezahlte Rechnungen beglichen werden. "Bis zum Treffen der Eurozonen-Finanzminister am 22. April soll eine Lösung gefunden werden."
Den Handel mit Unternehmensanleihen beschreibe Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank als ruhig. Nach langer Abwesenheit sei Peugeot in dieser Woche wieder aktiv geworden. Der französische Autobauer habe eine 0,5 Milliarden Euro schwere mit 2,375 Prozent verzinste siebenjährige Anleihe (ISIN FR0013153707 / WKN A18Z7V) in einer Stückelung von 1.000 Euro emittiert, die seit Handelsaufnahme laut Daniel von Anlegern rege nachgefragt werde. Die reguläre Laufzeit der mittlerweile 101,95 Prozent teuren und bis April 2023 laufenden Anleihe könne von Peugeot über eine Make-Whole-Option verkürzt werden.
Kaum Interesse würden Investoren Daniel zufolge an einer Emission der Deutschen Telekom und einem BMW-Neuling zeigen. Letzerer biete einen Kupon von 0,75 Prozent bei einer Laufzeit bis April 2024. Der deutsche Autoproduzent habe sich über zwei Emissionen von insgesamt 1,5 Milliarden Euro zu günstigen Konditionen refinanziert. Eine vierjährige Anleihe (ISIN XS1396260520 / WKN A18Z74) biete dem Anleger jährliche Zinsen in Höhe von 0,125 Prozent.
"Rechnet man die Gebühren dazu, sind Anleihen von bonitätsstarken Unternehmen aufgrund der niedrigen Zinsen für Privatanleger kaum noch attraktiv", begründe Arthur Brunner von der ICF Bank.
Ab kommenden Dienstag starte die Zeichnungsfrist für eine fünfjährige Anleihe (ISIN nicht bekannt/ WKN A2AATX) der Karlsberg Brauerei mit einem Kupon in der Spanne zwischen 5,25 bis 5,75 Prozent. Die Saarländer würden auf die Aufnahme von 40 Millionen Euro zielen. "Damit soll unter anderem die bestehende Anleihe (ISIN DE000A1REWV2 / WKN A1REWV) zu einem Kurs von 101 Prozent am 28. September vorzeitig abgelöst werden", wisse Brunner. Das sei dem Händler zufolge der Grund für die verstärkten Verkäufe der Altanleihe in dieser Woche.
Nach den Verlusten der vergangenen Wochen hätten Anleger verstärkt zu einer Spürbares im September 2017 fällig werdenden Travel24.com-Anleihe (ISIN DE000A1PGRG2 / WKN A1PGRG) gegriffen, wie Brunner berichte. "In den vergangenen drei Tagen hat der Wert von 18,11 auf 24,5 Prozent zugelegt." Schlechte Nachrichten seien für die vorangegangenen Verluste nicht verantwortlich. (Ausgabe vom 15.04.2016) (18.04.2016/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,1945 € | 125,2722 € | -0,0777 € | -0,06% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




