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Anleihemarkt: Hochzinsanleihen und Peripherie-Staatsanleihen bevorzugt


08.06.16 12:34
Edmond de Rothschild Asset Management

Paris (www.anleihencheck.de) - Trotz der verbesserten Marktlage sind viele Investoren nach wie vor verunsichert und bleiben in vergleichsweise riskanteren Anlageklassen untergewichtet, berichten die Experten von Edmond de Rothschild Asset Management.

Viele Analysten würden diese Einschätzung teilen und in 2016 eher verhaltenes Gewinnwachstum erwarten. Doch woher stamme diese Unsicherheit?

Schaue man sich die Märkte an, seien tatsächlich einige Faktoren weniger attraktiv. Hierzu würden zum einen die Quartalsergebnisse von diversen US-amerikanischen und europäischen Unternehmen zählen, die zwar die Erwartungen übertroffen hätten, jedoch viel schlechter ausgefallen seien als im Vorjahr. Zum anderen würden Anleger und Analysten weiterhin mit Sorge nach China schauen. Auch die politischen Rahmenbedingungen in der Europäischen Union (EU) - sowohl vor dem Hintergrund des bevorstehenden Referendums zum Verbleib oder Austritt Großbritannien in der EU als auch hinsichtlich der Abstimmung zur Verfassungsreform in Italien - würden für Zurückhaltung sorgen. Daran schließe sich der offene Ausgang der Präsidentschaftswahlen in den USA an. Schließlich dränge auch die aktuelle Geldpolitik der US-Notenbank FED zur Vorsicht, da eine Aufwertung des Dollars folgenreiche Auswirkungen sowohl auf die Schwellenländer als auch auf die Staaten selbst haben könnte.

Trotz dieser Bedenken bleibe Benjamin Melman, Leiter Asset Allocation und Sovereign Debt bei Edmond de Rothschild Asset Management (France), bei Aktien - insbesondere in der Eurozone - übergewichtet.

"Die Rohstoffpreise stabilisieren sich allmählich, was die Gewinne vor einem Verfall schützen dürfte. Darüber hinaus besteht eine höhere Wahrnehmung für den schadenden Einfluss von negativen Zinsen auf die Finanzdaten", sage der Anlageexperte.

Melman sei zuversichtlich, dass sich die Erwartungen der Anleger auf steigende Unternehmensgewinne aufgrund der positiven Entwicklung der weltweiten Marktlage insgesamt verbessern dürften. Zugleich könnte die Zurückhaltung der Investoren darauf hinweisen, dass den Aktienmärkten eine plötzlich Kursrallye - beispielsweise nach dem Referendum in Großbritannien - bevorstehen könnte.

Aus diesem Grund hätten die Anlageexperten aus dem Hause Edmond de Rothschild Asset Management im vergangenen Monat ihre Übergewichtung an europäischen Aktien etwas zurückgenommen und stattdessen die Beteiligung in US-Dollar erhöht. "Wir gehen davon aus, dass Großbritannien in der EU verbleibt", sage Melman.

Auf der Anleiheseite wiederum sei die Untergewichtung in US-Fremdkapital gesenkt worden, da die Preise für das US-Fremdkapital nach der jüngsten FED-Sitzung etwas gesunken seien. Die Anlagespezialisten würden weiterhin europäische Hochzinsanleihen und Staatsanleihen aus der Peripherie bevorzugen, wenn auch im geringeren Umfang. (08.06.2016/alc/a/a)