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Anleihemarkt nach Brexit: Umschichtung von Europa in die USA
27.06.16 11:56
Swisscanto
Zürich (www.anleihencheck.de) - Nachdem kurz vor dem Referendum der Verbleib Großbritanniens in der EU wahrscheinlicher als der Brexit erschien, war die Erschütterung der Finanzmärkte über die knappe Austrittsentscheidung extrem heftig so Jan Sobotta, Leiter Sales Ausland, Swisscanto Asset Management International SA.
"Aus unserer Sicht sind hektische Verkäufe im derzeitigen Umfeld dennoch nicht angebracht, denn erfahrungsgemäß ist es wenig opportun, direkt nach einem nachhaltig großen Ereignis wie dem Brexit in die Marktturbulenzen hinein Verkäufe vorzunehmen. Zum Abbau von risikobehafteten Anlagen bietet sich vielmehr an, eine technische Gegenreaktion abzuwarten", so Sobotta.
Swisscanto Invest, der Asset Manager der Zürcher Kantonalbank, erwarte in den kommenden Wochen, dass sich Aktien, Emerging-Markets-Anlagen, Rohstoffe und alle Anlagen mit schlechterer Bonität, zu denen auch die Staatspapiere der Peripheriestaaten zählen würden, eher negativ entwickeln würden. Wesentlich besser sollten umgekehrt die klassischen Fluchtwährungen und liquide, erstklassige Märkte abschneiden - allen voran der US Treasury-Markt, wo die Renditen ebenso wie diejenigen von Schweizer Staatsanleihen (Eidgenossen) und deutschen Bundesanleihen weiter nachgeben würden. Innerhalb des Aktiensegments sollte sich der breite, defensive US-Markt wesentlich besser halten können als beispielsweise die Emerging Markets.
Um Marktverwerfungen zu verhindern, würden die großen Notenbanken in den nächsten Tagen ausreichend Liquidität zur Verfügung stellen. Die amerikanische Notenbank FED werde mit Zinserhöhungen zuwarten und die EZB werde dafür sorgen, dass sich die Spreads der Peripherieländer nicht stark ausweiten würden. Vor diesem Hintergrund belasse Swisscanto Invest die neutrale EUR-Anleihenquote aufrecht. Die Schweizer Nationalbank werde am Devisenmarkt intervenieren, um den Aufwertungsdruck beim CHF abzufedern. Weitere Renditerückgänge bei den Eidgenossen seien die Folge.
"Obschon marktbedingt leicht gestiegen, bleibt die CHF-Anleihenquote in unserem Hause untergewichtet. Wesentlich mehr Potenzial sehen wir hingegen im USD-Segment, das wir deutlich übergewichten. Der Grund ist zum einen die erneut verschobene US-Zinserhöhung; zum anderen die positive Renditedifferenz bei gleichzeitig leicht steigendem USD. Das Erstarken vom USD und ein Ausweiten der Credit Spreads weltweit veranlassen uns hingegen, das Emerging Markets-Bondsegment auf neutral zurückzunehmen. Auf ein deutliches Untergewicht reduzieren wir die GBP-Position: Das GBP dürfte nachhaltig schwach bleiben und die schon vor dem Brexit-Referendum zu beobachtende Kapitalflucht aus britischen Anlagen durch Ausländer dürfte Aufwind erhalten - zumal, wie bereits die Rating-Agentur S&P angekündigt hat, das Rating britischer Staatspapiere herabgesetzt wird", so Sobotta.
Bezüglich der Aktienmärkte erläutere Sobotta: "Analog der Anleihen stocken wir die Aktienquote des liquiden US-Aktienmarkts von neutral auf übergewichtet auf. Der Aufbau erfolgt zu Lasten von EUR-Aktien. Zwar dürfte die EZB geldpolitisch aktiv werden und einer Spread-Ausweitung innerhalb der Peripherie entgegentreten, demgegenüber stehen aber die politischen Unsicherheiten und die erstarkenden Zentrifugalkräfte innerhalb der EU, die mit dem Brexit spürbar zunehmen dürften. Das Gleiche gilt für UK, welches nach dem knappen Referendumsausgang auch innenpolitisch gespalten zurückbleibt. Nachhaltig lastet auf der GBP-Aktienposition zudem der spürbar getrübte Wirtschaftsausblick für UK, der durch die GBP-Abwertung nicht wettgemacht werden kann. Unverändert bleibt die Untergewichtung bei Emerging Markets-Aktien sowie die Übergewichtung der unter Bewertungsaspekten preisgünstigen japanischen Dividendentiteln. Diese sollten von den sich abzeichnenden monetären Stimuli profitieren." (27.06.2016/alc/a/a)
"Aus unserer Sicht sind hektische Verkäufe im derzeitigen Umfeld dennoch nicht angebracht, denn erfahrungsgemäß ist es wenig opportun, direkt nach einem nachhaltig großen Ereignis wie dem Brexit in die Marktturbulenzen hinein Verkäufe vorzunehmen. Zum Abbau von risikobehafteten Anlagen bietet sich vielmehr an, eine technische Gegenreaktion abzuwarten", so Sobotta.
Um Marktverwerfungen zu verhindern, würden die großen Notenbanken in den nächsten Tagen ausreichend Liquidität zur Verfügung stellen. Die amerikanische Notenbank FED werde mit Zinserhöhungen zuwarten und die EZB werde dafür sorgen, dass sich die Spreads der Peripherieländer nicht stark ausweiten würden. Vor diesem Hintergrund belasse Swisscanto Invest die neutrale EUR-Anleihenquote aufrecht. Die Schweizer Nationalbank werde am Devisenmarkt intervenieren, um den Aufwertungsdruck beim CHF abzufedern. Weitere Renditerückgänge bei den Eidgenossen seien die Folge.
"Obschon marktbedingt leicht gestiegen, bleibt die CHF-Anleihenquote in unserem Hause untergewichtet. Wesentlich mehr Potenzial sehen wir hingegen im USD-Segment, das wir deutlich übergewichten. Der Grund ist zum einen die erneut verschobene US-Zinserhöhung; zum anderen die positive Renditedifferenz bei gleichzeitig leicht steigendem USD. Das Erstarken vom USD und ein Ausweiten der Credit Spreads weltweit veranlassen uns hingegen, das Emerging Markets-Bondsegment auf neutral zurückzunehmen. Auf ein deutliches Untergewicht reduzieren wir die GBP-Position: Das GBP dürfte nachhaltig schwach bleiben und die schon vor dem Brexit-Referendum zu beobachtende Kapitalflucht aus britischen Anlagen durch Ausländer dürfte Aufwind erhalten - zumal, wie bereits die Rating-Agentur S&P angekündigt hat, das Rating britischer Staatspapiere herabgesetzt wird", so Sobotta.
Bezüglich der Aktienmärkte erläutere Sobotta: "Analog der Anleihen stocken wir die Aktienquote des liquiden US-Aktienmarkts von neutral auf übergewichtet auf. Der Aufbau erfolgt zu Lasten von EUR-Aktien. Zwar dürfte die EZB geldpolitisch aktiv werden und einer Spread-Ausweitung innerhalb der Peripherie entgegentreten, demgegenüber stehen aber die politischen Unsicherheiten und die erstarkenden Zentrifugalkräfte innerhalb der EU, die mit dem Brexit spürbar zunehmen dürften. Das Gleiche gilt für UK, welches nach dem knappen Referendumsausgang auch innenpolitisch gespalten zurückbleibt. Nachhaltig lastet auf der GBP-Aktienposition zudem der spürbar getrübte Wirtschaftsausblick für UK, der durch die GBP-Abwertung nicht wettgemacht werden kann. Unverändert bleibt die Untergewichtung bei Emerging Markets-Aktien sowie die Übergewichtung der unter Bewertungsaspekten preisgünstigen japanischen Dividendentiteln. Diese sollten von den sich abzeichnenden monetären Stimuli profitieren." (27.06.2016/alc/a/a)


