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Anleihehändler goutieren ein gewisses Entgegenkommen Italiens
27.11.18 09:00
Deutsche Bank
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Auf den ersten Blick betrachtet kam gestern wohl die beste Nachricht des Tages aus Italien, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".
Zumindest hätten sowohl die italienischen Anleihemärkte als auch der Euro positiv auf die Meldung reagiert, dass die italienische Regierung im Haushaltsstreit mit der EU offenbar zu einem gewissen Entgegenkommen bereit sei. So hätten bereits am frühen Vormittag Meldungen die Runde gemacht, wonach Italien bereit sei, die Neuverschuldung von 2,4 auf 2,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zurückzuführen. Tatsächlich sehe dies angesichts der bislang starren Haltung Italiens wie ein großzügigeres Entgegenkommen aus. Die Anleihehändler hätten dies auf jeden Fall zu goutieren gewusst, so dass der Renditevorsprung zehnjähriger italienischer Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen mit ähnlicher Laufzeit, der sich am vergangenen Freitag noch auf 306 Basispunkte belaufen habe, bis auf zuletzt 291 Basispunkte geschrumpft sei.
Allerdings hätte ein Satz von Italiens stellvertretendem Premierminister Luigi Di Maio (Fünf-Sterne-Partei) durchaus nachdenklich stimmen müssen: Die Verringerung der Neuverschuldung sei kein Problem, solange die Bemessungsgrundlage für deren Berechnung unverändert bliebe. Und tatsächlich bilde das Bruttoinlandsprodukt diese Bemessungsgrundlage, von dem die italienische Regierung nach wie vor ausgehe, dass es im kommenden Jahr um 1,5 Prozent wachsen werde. Ganz im Gegensatz zu Berechnungen der EU, die für Italien zuletzt lediglich ein Wachstum von nur noch 1,1 Prozent vorhergesehen habe. Was nichts anderes bedeute, als dass selbst Italiens reduzierte Ausgabepläne sogar zu einer noch höheren Neuverschuldung von rund 2,9 Prozent des BIP führen würden. Mit anderen Worten: Die vorgeblichen Sparanstrengungen seien nicht mehr als reine Spiegelfechterei.
Dass es um das Wachstum in der Eurozone auch im vierten Quartal nicht so gut bestellt sein könnte, habe gestern EZB-Präsident Mario Draghi vor dem EU-Parlament klar gemacht. Draghi habe bei seiner Rede eingeräumt, dass die Daten zuletzt schwächer als erwartet ausgefallen seien, nicht ohne allerdings darauf hinzuweisen, dass ein Teil dieser Schwäche temporärer Natur sein dürfte. Tatsächlich hätten die jüngsten Daten eine Normalisierung bei der Kfz-Produktion gezeigt, so Draghi, die im dritten Quartal bekanntlich durch Einmalfaktoren negativ beeinflusst gewesen seien. Als Fazit habe man daraus die Botschaft entnehmen können, dass die EZB - in diese Richtung hätten sich gestern auch die Ratsmitglieder Sabine Lautenschläger, Ewald Nowotny sowie Chefvolkswirt Peter Praet geäußert - ihr Anleihekaufprogramm zum Jahresende auf jeden Fall abschließen möchte. Daran dürfte auch der schlechter - als im Konsens von den Ökonomen erwartet - ausgefallene ifo-Index nichts ändern.
Unterdessen habe der Euro seine gestern zeitweise erreichten Gewinne zum Abschluss komplett wieder hergeben müssen und bleibe auch nur stabil, solange 1,1305/10 nicht unterlaufen werde. (27.11.2018/alc/a/a)
Zumindest hätten sowohl die italienischen Anleihemärkte als auch der Euro positiv auf die Meldung reagiert, dass die italienische Regierung im Haushaltsstreit mit der EU offenbar zu einem gewissen Entgegenkommen bereit sei. So hätten bereits am frühen Vormittag Meldungen die Runde gemacht, wonach Italien bereit sei, die Neuverschuldung von 2,4 auf 2,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zurückzuführen. Tatsächlich sehe dies angesichts der bislang starren Haltung Italiens wie ein großzügigeres Entgegenkommen aus. Die Anleihehändler hätten dies auf jeden Fall zu goutieren gewusst, so dass der Renditevorsprung zehnjähriger italienischer Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen mit ähnlicher Laufzeit, der sich am vergangenen Freitag noch auf 306 Basispunkte belaufen habe, bis auf zuletzt 291 Basispunkte geschrumpft sei.
Dass es um das Wachstum in der Eurozone auch im vierten Quartal nicht so gut bestellt sein könnte, habe gestern EZB-Präsident Mario Draghi vor dem EU-Parlament klar gemacht. Draghi habe bei seiner Rede eingeräumt, dass die Daten zuletzt schwächer als erwartet ausgefallen seien, nicht ohne allerdings darauf hinzuweisen, dass ein Teil dieser Schwäche temporärer Natur sein dürfte. Tatsächlich hätten die jüngsten Daten eine Normalisierung bei der Kfz-Produktion gezeigt, so Draghi, die im dritten Quartal bekanntlich durch Einmalfaktoren negativ beeinflusst gewesen seien. Als Fazit habe man daraus die Botschaft entnehmen können, dass die EZB - in diese Richtung hätten sich gestern auch die Ratsmitglieder Sabine Lautenschläger, Ewald Nowotny sowie Chefvolkswirt Peter Praet geäußert - ihr Anleihekaufprogramm zum Jahresende auf jeden Fall abschließen möchte. Daran dürfte auch der schlechter - als im Konsens von den Ökonomen erwartet - ausgefallene ifo-Index nichts ändern.
Unterdessen habe der Euro seine gestern zeitweise erreichten Gewinne zum Abschluss komplett wieder hergeben müssen und bleibe auch nur stabil, solange 1,1305/10 nicht unterlaufen werde. (27.11.2018/alc/a/a)


