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Anleger decken sich mit Staatsanleihen ein


30.09.24 08:49
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Inflation im Euroraum entwickelt sich ganz nach dem Geschmack der Börsianer, so die Analysten der Nord LB.

Eine zurückgehende Teuerung lasse weiter sinkende Zinsen wahrscheinlicher werden und die Finanzierungsbedingungen der Unternehmen entsprechend verbessern. In diesem Umfeld würden sich die Anleger auch mit Staatsanleihen eindecken. Warum? Hier gebe es noch Rendite und die Zinsen könnten vielleicht schneller fallen, als man denke.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) erachte eine Arbeitslosenzahl von mehr als 3 Millionen im Frühjahr 2025 als wahrscheinlich (erstmals seit zehn Jahren). Die wirtschaftliche Schwäche führe derzeit überdies zu erhöhter Kurzarbeit. Bemerkenswert sei die Tatsache, dass bei bestehendem Fachkräftemangel die Arbeitslosigkeit weiter zunehme. KfW-Volkswirtin Fritzi Köhler-Geib bringe es auf den Punkt. "Gerade Arbeitslose & Geringqualifizierte nehmen relativ selten an Weiterbildung teil … es geht also auch um die Stärkung von Eigeninitiative & Motivation & das Setzen von Anreizen."

Die am vergangenen Freitag veröffentlichten Zahlen zur Entwicklung der PCE-Preisdeflatoren dürfte die US-Notenbank darin bestärken, auf dem eingeschlagenen Weg der geldpolitischen Lockerung voranzuschreiten. Die Inflation sei in den Vereinigten Staaten aktuell kein großes Problem mehr. In der Tat sollte die obere Grenze der FED Funds Target Rate bis zum Ende des Dezembers auf einen Wert von 4,50% fallen. Damit werde 2024 auch in den USA noch zu einem Jahr der geldpolitischen Tauben.

Mit Blick auf die weitere Geldpolitik in Washington stünden in der neuen Woche vor allem die Zahlen zur Lage am US-Arbeitsmarkt im Fokus der Anleger. Die Beschäftigungssituation in den Vereinigten Staaten habe bekanntlich eine ganz besonders hohe Bedeutung für die FED. Bei der Arbeitslosenquote sei am aktuellen Rand mit eher wenig Bewegung zu rechnen. Das wäre fast schon so etwas wie eine positive Nachricht. Der Aufbau von neuen Stellen könnte sich leicht verlangsamt haben. Bei dieser Zeitreihe werde zudem sehr genau auf mögliche Revisionen der historischen Daten zu achten sein. (30.09.2024/alc/a/a)