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Aktien der Eurozone mit Potenzial
04.08.20 10:00
Swisscanto Invest
Zürich (www.anleihencheck.de) - Die erneut steigende Zahl der COVID-19-Fälle in vielen Regionen der Welt trübt die Stimmung sowohl bei den Konsumenten als auch bei den Unternehmen, so die Experten von Swisscanto Invest.
Aktivitätsindices würden andeuten, dass das 2. Quartal 2020 besser als befürchtet ausgefallen sei, hingegen das 3. Quartal 2020 schlechter als erhofft werde. Die Erholung stehe noch auf wackeligen Beinen. Die fiskalpolitischen Stützen seien daher weiterhin willkommen. Mit ihrem EUR 750 Mrd. schweren Aufbaufonds habe die Europäische Union vorgelegt und damit einen großen Schritt in Richtung Fiskal- und Schuldenunion gemacht. In China würden die staatlichen Stimuli im Infrastruktur- und Immobilienbereich auch in naher Zukunft für positive Wachstumsimpulse sorgen.
Solange die Notenbanken an ihrer aktuellen Geldpolitik festhalten würden, würden die Realrenditen der Staatsanleihen in negativen Gefilden verharren und den Aktienmärkten dadurch zur Stütze werden. In den Schwellenländern neige sich der Zinssenkungszyklus dem Ende zu. Mit der expansiven Geldpolitik, dem beschlossenen Aufbaufonds und der bisherigen Strategie bei der Virusbekämpfung helle sich die Lage für europäische Aktien im Vergleich zu den übrigen Märkten deutlich auf.
Die globalen Notenbanken würden ihre ultra-expansive Geldpolitik weiter fortsetzen, um die deflatorischen Kräfte der COVID-19 Rezession zu bekämpfen. Null-Prozent-Zinsen, umfangreiche Wertpapierkaufprogramme und Liquiditätsfazilitäten seien in den meisten Währungsräumen implementiert worden. Die Währungshüter würden an ihrer sehr gemäßigten Forward Guidance festhalten und mindestens für die nächsten zwei Jahre die Leitzinsen nahe bei 0% zu belassen versprechen, sogar wenn die Inflation ansteigen sollte. Der Markt habe sich bereits auf dieses Szenario eingestellt.
Die Zinsswaps würden unveränderte Leitzinsen bis Mitte 2022 einpreisen. Die Differenz zum aktuellen Leitzinsniveau sei im EUR- und USD-Währungsraum gar leicht negativ. Mit Nullzinsen und Anleihenkäufen wollten die Notenbanken die Kapitalkosten für die Staaten bis zum Ende der COVID-19-Pandemie möglichst niedrig halten. Dies scheine ihnen auch zu gelingen und die Experten würden davon ausgehen, dass die langfristigen Renditen auf Jahressicht - trotz Konjunkturerholung - nur minimales Anstiegspotenzial hätten.
Die europäische Gemeinschaftswährung habe im Vergleich zum US-Dollar im vergangenen Monat beträchtlich zugelegt. Die Euronachfrage dürfte weiterhin von der Zinskonvergenz zum US-Dollarraum und der leichten Unterbewertung gemäß Kaufkraftparität begünstigt werden. Die Staatsverschuldung in den hochverschuldeten Ländern steige jedoch weiter an und die zu erwartende schwache Feriensaison werde die Erholung in Südeuropa dämpfen. Die Aufwärtsbewegung des Euro dürfte sich deshalb nicht nahtlos fortsetzen.
Die Einschätzung der Experten vom Vormonat, dass die Gewinnberichtssaison besser als befürchtet verlaufen dürfte, habe sich bislang bestätigt. In den USA habe per Ende Juli etwa die Hälfte der Indexmitglieder des S&P 500 ihre Bilanzen offengelegt und der Anteil derer, die die Gewinnerwartungen der Analysten hätten übertreffen können, liege mit 85% weit über dem historischen Durchschnitt von 73%. Trotzdem sei der Gewinnrückgang gegenüber dem 2. Quartal des letzten Jahres mit 41% der stärkste seit dem Schlussquartal 2008. Dabei reiche die Spannweite von einem Einbruch um 156% (Sturz in die Verlustzone) beim Energiesektor bis zu einem leichten Anstieg von 1,3% bei den Versorgern.
Seit dem Ausbruch der Finanzkrise befinde sich der Aktienmarkt der Eurozone in einem Trend relativer Schwäche zur globalen Benchmark. Dies liege vor allem an den seither offensichtlichen Konstruktionsfehlern der Währungsunion, die zu höheren Risikoaufschlägen als in anderen Regionen führen würden. Immer wieder hätten sich die Aktien der Eurozone auch überdurchschnittlich entwickelt. Dafür verantwortlich sei abwechselnd entweder eine höhere konjunkturelle Dynamik als im Rest der Welt oder eine zusätzliche geldpolitische Unterstützungsmaßnahme der Europäischen Zentralbank (EZB) gewesen. In den kommenden Monaten dürften die beiden Impulse ihre Wirkung synchron entfalten.
Denn die Experten würden erstens davon ausgehen, dass die EZB ihr Anleihenankaufprogramm künftig noch ausweiten werde. Zweitens hätten sich die Regierungen der Europäischen Union auf einen Wiederaufbaufonds geeinigt. Das Besondere daran sei, dass die Mittel von EUR 750 Mrd. gemeinschaftlich am Kapitalmarkt beschafft werden sollten. Dies sei somit ein Signal der Solidarität. Drittens zeichne sich ab, dass sich die Konjunkturerholung in Europa aufgrund des bisherigen Umgangs mit dem Coronavirus dynamischer entwickele als in anderen Regionen. Zudem habe sich die Stimmung der institutionellen Investoren aufgehellt. Gemäß den Fund Manager Surveys der Bank of America sei der Anteil jener, die sich eine Übergewichtung der Eurozone vorstellen könnten, deutlich gestiegen. Auch die Experten würden mindestens vorübergehend wieder mehr Potenzial für Aktien der Währungsgemeinschaft sehen. (04.08.2020/alc/a/a)
Aktivitätsindices würden andeuten, dass das 2. Quartal 2020 besser als befürchtet ausgefallen sei, hingegen das 3. Quartal 2020 schlechter als erhofft werde. Die Erholung stehe noch auf wackeligen Beinen. Die fiskalpolitischen Stützen seien daher weiterhin willkommen. Mit ihrem EUR 750 Mrd. schweren Aufbaufonds habe die Europäische Union vorgelegt und damit einen großen Schritt in Richtung Fiskal- und Schuldenunion gemacht. In China würden die staatlichen Stimuli im Infrastruktur- und Immobilienbereich auch in naher Zukunft für positive Wachstumsimpulse sorgen.
Solange die Notenbanken an ihrer aktuellen Geldpolitik festhalten würden, würden die Realrenditen der Staatsanleihen in negativen Gefilden verharren und den Aktienmärkten dadurch zur Stütze werden. In den Schwellenländern neige sich der Zinssenkungszyklus dem Ende zu. Mit der expansiven Geldpolitik, dem beschlossenen Aufbaufonds und der bisherigen Strategie bei der Virusbekämpfung helle sich die Lage für europäische Aktien im Vergleich zu den übrigen Märkten deutlich auf.
Die globalen Notenbanken würden ihre ultra-expansive Geldpolitik weiter fortsetzen, um die deflatorischen Kräfte der COVID-19 Rezession zu bekämpfen. Null-Prozent-Zinsen, umfangreiche Wertpapierkaufprogramme und Liquiditätsfazilitäten seien in den meisten Währungsräumen implementiert worden. Die Währungshüter würden an ihrer sehr gemäßigten Forward Guidance festhalten und mindestens für die nächsten zwei Jahre die Leitzinsen nahe bei 0% zu belassen versprechen, sogar wenn die Inflation ansteigen sollte. Der Markt habe sich bereits auf dieses Szenario eingestellt.
Die europäische Gemeinschaftswährung habe im Vergleich zum US-Dollar im vergangenen Monat beträchtlich zugelegt. Die Euronachfrage dürfte weiterhin von der Zinskonvergenz zum US-Dollarraum und der leichten Unterbewertung gemäß Kaufkraftparität begünstigt werden. Die Staatsverschuldung in den hochverschuldeten Ländern steige jedoch weiter an und die zu erwartende schwache Feriensaison werde die Erholung in Südeuropa dämpfen. Die Aufwärtsbewegung des Euro dürfte sich deshalb nicht nahtlos fortsetzen.
Die Einschätzung der Experten vom Vormonat, dass die Gewinnberichtssaison besser als befürchtet verlaufen dürfte, habe sich bislang bestätigt. In den USA habe per Ende Juli etwa die Hälfte der Indexmitglieder des S&P 500 ihre Bilanzen offengelegt und der Anteil derer, die die Gewinnerwartungen der Analysten hätten übertreffen können, liege mit 85% weit über dem historischen Durchschnitt von 73%. Trotzdem sei der Gewinnrückgang gegenüber dem 2. Quartal des letzten Jahres mit 41% der stärkste seit dem Schlussquartal 2008. Dabei reiche die Spannweite von einem Einbruch um 156% (Sturz in die Verlustzone) beim Energiesektor bis zu einem leichten Anstieg von 1,3% bei den Versorgern.
Seit dem Ausbruch der Finanzkrise befinde sich der Aktienmarkt der Eurozone in einem Trend relativer Schwäche zur globalen Benchmark. Dies liege vor allem an den seither offensichtlichen Konstruktionsfehlern der Währungsunion, die zu höheren Risikoaufschlägen als in anderen Regionen führen würden. Immer wieder hätten sich die Aktien der Eurozone auch überdurchschnittlich entwickelt. Dafür verantwortlich sei abwechselnd entweder eine höhere konjunkturelle Dynamik als im Rest der Welt oder eine zusätzliche geldpolitische Unterstützungsmaßnahme der Europäischen Zentralbank (EZB) gewesen. In den kommenden Monaten dürften die beiden Impulse ihre Wirkung synchron entfalten.
Denn die Experten würden erstens davon ausgehen, dass die EZB ihr Anleihenankaufprogramm künftig noch ausweiten werde. Zweitens hätten sich die Regierungen der Europäischen Union auf einen Wiederaufbaufonds geeinigt. Das Besondere daran sei, dass die Mittel von EUR 750 Mrd. gemeinschaftlich am Kapitalmarkt beschafft werden sollten. Dies sei somit ein Signal der Solidarität. Drittens zeichne sich ab, dass sich die Konjunkturerholung in Europa aufgrund des bisherigen Umgangs mit dem Coronavirus dynamischer entwickele als in anderen Regionen. Zudem habe sich die Stimmung der institutionellen Investoren aufgehellt. Gemäß den Fund Manager Surveys der Bank of America sei der Anteil jener, die sich eine Übergewichtung der Eurozone vorstellen könnten, deutlich gestiegen. Auch die Experten würden mindestens vorübergehend wieder mehr Potenzial für Aktien der Währungsgemeinschaft sehen. (04.08.2020/alc/a/a)


