Air Berlin Unternehmensanleihe für hartgesottene Höhenflieger


11.01.12 08:12
Anleihencheck Research

Westerburg (anleihencheck.de) - Der Analyst Henning Wagener von Anleihencheck Research hält eine Anleihe (ISIN DE000AB100B4 / WKN AB100B) von Air Berlin für ein hochspekulatives Investment für Höhenflieger.

Air Berlin sei gemessen am Passagieraufkommen die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft. Dabei versuche sich der Konzern durch die Kombination eines günstigen Preises mit einem perfekten Service von den Billiganbietern abzuheben. Durch diverse Zukäufe habe der Konzern in den vergangenen Jahren seine Geschäftstätigkeit deutlich ausgeweitet.

Die Gesellschaft habe gestern Verkehrszahlen für das abgelaufene Jahr 2011 bekannt gegeben. Demnach habe der Konzern 35,3 Mio. Fluggäste begrüßen können. Dies seien 1,2 Prozent mehr gewesen als im Vorjahr. Die Auslastung der Flotte habe sich gleichzeitig um 1,8 Prozentpunkte auf 78,2 Prozent verbessert. Die kumulierte Kapazität habe sich indes um 1,1 Prozent verringert.

Nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research seien die Zahlen eher verhalten ausgefallen. Dabei müsse berücksichtigt werden, dass sich die Fluggastzahl im Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11,7 Prozent verringert habe. Vor dem Hintergrund der zu erwartenden weiteren konjunkturellen Eintrübung sei außerdem für die kommenden Quartale mit einem schwieriger werdenden Marktumfeld für das Unternehmen zu rechnen.

Sehr positiv würden die Analysten von Anleihencheck Research allerdings die bereits im Dezember bekannt gegebene Zusammenarbeit mit Etihad bewerten. So verfüge Air Berlin mit Etihad in Zukunft über einen zahlungskräftigen Ankeraktionär.

Die Analysten von Anleihencheck Research halten daher die oben angegebene Unternehmensanleihe für ein hochspekulatives Investment für Renditejäger. Die Anleihe habe noch eine Laufzeit bis zum 19. April 2018 und sei mit einem Kupon von 8,25 Prozent ausgestattet. Beim gestrigen Schlusskurs von 85,75 Prozent ergebe sich damit eine jährliche Rendite von etwa 12 Prozent. (11.01.2012/alc/a/a)