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Aberdeen-Kommentar zu Argentinien: Die kommenden Wochen werden interessant


08.04.16 14:24
Aberdeen Asset Management

London (www.anleihencheck.de) - Kevin Daly, Senior Investment Manager bei Aberdeen Asset Management kommentiert die Entwicklung in Argentinien:

Die kommenden Wochen würden für Argentinien interessant. Die Experten würden auf das Urteil aus den Vereinigten Staaten am 13. April zum Einspruch einiger Verweigerer warten, die das Abkommen, welches Argentinien vorgeschlagen habe, ablehnen würden. Theoretisch müsse Argentinien diesen Gläubigeransprüchen bis zum 14. April nachkommen, wodurch es bis zur letzten Minute spannend bleiben könnte. Doch in der Realität werde der Stichtag für die Rückzahlung an die Gläubiger vermutlich verschoben werden.

So oder so werde eine mammutartige Anleiheemission von etwa 10 bis 12 Milliarden Dollar von Argentinien auf den Weg gebracht, für die es eine ordentliche Nachfragen geben sollte, sofern diese angemessen bepreist sei. Man wolle Teile der Einnahmen aus der Anleiheemission nutzen, um die Gläubiger auszuzahlen. Per Definition bedeute dies, dass die Anleihe zu dem Zeitpunkt verkauft sein müsse, zu dem die Gläubiger ausgezahlt werden müssten - wann auch immer das sein werde.

Dieses Jahr werde für Argentinien hart werden. Die Inflation sei immer noch hoch, der Konjunkturabschwung in Brasilien werde den Handel beeinträchtigen und sie würden froh sein, wenn sie dieses Jahr überhaupt ein Wachstum erzielen würden. Doch einige der Sorgen seien überzogen. Manche würden sagen, dass die Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP nach der Anleiheemission zu hoch sein werde. Es seien rund 44 Prozent momentan und es würden etwa 56 Prozent nach der Emission sein. Das sei wenig nach allgemeinen Standards. Um es ins Verhältnis zu setzen: In Japan seien es 245 Prozent. Argentinien habe eine holprige Straße vor sich, aber das Land sei auf dem richtigen Weg. (08.04.2016/alc/a/a)