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Ab 2021 gilt: Die Inflation ist nicht tot
14.08.20 11:01
BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Angesichts höher als erwartet ausgefallener Inflationsdaten in den USA sieht Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management, Anzeichen für eine anziehende Preisteuerung.
Was zunächst Aktien befeuern dürfte, könnte mittelfristig die Anlegerhoffnungen auf weiter steigende Renditen gefährden: Sollten die Zentralbanken "von ihrer unterstützenden Haltung Abstand nehmen, könnte eine Nachjustierung der Geldpolitik bald zur größten Bedrohung für den breiteren Markt werden."
Mark Dowding in seinem aktuellen Marktkommentar:
"Höher als erwartet ausgefallene US-Inflationsdaten haben in den vergangenen Tagen zu einem leichten Anstieg der Treasury-Renditen geführt. Der US-Verbraucherpreisindex erholte sich im Jahresvergleich um 1,6 Prozent und kehrte damit den jüngsten Trend zu abnehmendem Inflationsdruck ins Gegenteil um. Eine ganze Reihe von Firmen muss offenkundig trotz geschwächter Konkurrenz auf höhere Betriebskosten mit Preiserhöhungen reagieren, weil einzelne Sparten der Unternehmen um das Überleben kämpfen. Es wäre allerdings sehr überraschend, wenn der Inflationstrend sich rasch weiter verfestigen würde. Harsche Einschränkungen bei der Produktion und die hohe Arbeitslosigkeit dürften Löhne und Gehälter im Zaum halten.
Anleger sollten jedoch nicht aus dem Blick verlieren, dass die Federal Reserve vor einiger Zeit angekündigt hat, die Inflation für eine gewisse Zeit über dem Zielwert von 2 Prozent zu tolerieren, bevor sie überhaupt beginnt, eine Anhebung der Leitzinsen in Erwägung zu ziehen. Sobald sich im kommenden Jahr 2021 die Produktionslücke zu schließen beginnt, dürfte sich eines deutlich zeigen: Die Inflation ist nicht tot. Zumindest fürs Erste ist ein erhöhter Inflationsdruck allerdings eine gute Nachricht für Aktien. Anleger sollten jedoch die Inflationsraten nicht aus dem Blick lassen und auf der Hut bleiben.
Insgesamt verlaufen die Sommermonate an den Finanzmärkten recht freundlich und ruhig. Das Fehlen negativer Katalysatoren könnte diesen Status quo noch einige Zeit aufrechterhalten. Unwahrscheinlich erscheint uns jedoch, dass ein derart ruhiges Umfeld bis zum Ende dieses Jahres ununterbrochen anhält. Wie die Vergangenheit zeigt, werden gerade dann, wenn die Bären sich geschlagen geben - wie es jetzt bei der US-Aktienrally der Fall sein könnte -, die Märkte anfälliger. Bullen mögen argumentieren, dass Impfstoffe gegen Covid-19 kurz vor dem Durchbruch stehen - sollte dies jedoch die Zentralbanken dazu veranlassen, von ihrer unterstützenden Haltung Abstand zu nehmen, könnte die Nachjustierung der Geldpolitik bald zur größten Bedrohung für den breiteren Markt werden." (14.08.2020/alc/a/a)
Was zunächst Aktien befeuern dürfte, könnte mittelfristig die Anlegerhoffnungen auf weiter steigende Renditen gefährden: Sollten die Zentralbanken "von ihrer unterstützenden Haltung Abstand nehmen, könnte eine Nachjustierung der Geldpolitik bald zur größten Bedrohung für den breiteren Markt werden."
"Höher als erwartet ausgefallene US-Inflationsdaten haben in den vergangenen Tagen zu einem leichten Anstieg der Treasury-Renditen geführt. Der US-Verbraucherpreisindex erholte sich im Jahresvergleich um 1,6 Prozent und kehrte damit den jüngsten Trend zu abnehmendem Inflationsdruck ins Gegenteil um. Eine ganze Reihe von Firmen muss offenkundig trotz geschwächter Konkurrenz auf höhere Betriebskosten mit Preiserhöhungen reagieren, weil einzelne Sparten der Unternehmen um das Überleben kämpfen. Es wäre allerdings sehr überraschend, wenn der Inflationstrend sich rasch weiter verfestigen würde. Harsche Einschränkungen bei der Produktion und die hohe Arbeitslosigkeit dürften Löhne und Gehälter im Zaum halten.
Anleger sollten jedoch nicht aus dem Blick verlieren, dass die Federal Reserve vor einiger Zeit angekündigt hat, die Inflation für eine gewisse Zeit über dem Zielwert von 2 Prozent zu tolerieren, bevor sie überhaupt beginnt, eine Anhebung der Leitzinsen in Erwägung zu ziehen. Sobald sich im kommenden Jahr 2021 die Produktionslücke zu schließen beginnt, dürfte sich eines deutlich zeigen: Die Inflation ist nicht tot. Zumindest fürs Erste ist ein erhöhter Inflationsdruck allerdings eine gute Nachricht für Aktien. Anleger sollten jedoch die Inflationsraten nicht aus dem Blick lassen und auf der Hut bleiben.
Insgesamt verlaufen die Sommermonate an den Finanzmärkten recht freundlich und ruhig. Das Fehlen negativer Katalysatoren könnte diesen Status quo noch einige Zeit aufrechterhalten. Unwahrscheinlich erscheint uns jedoch, dass ein derart ruhiges Umfeld bis zum Ende dieses Jahres ununterbrochen anhält. Wie die Vergangenheit zeigt, werden gerade dann, wenn die Bären sich geschlagen geben - wie es jetzt bei der US-Aktienrally der Fall sein könnte -, die Märkte anfälliger. Bullen mögen argumentieren, dass Impfstoffe gegen Covid-19 kurz vor dem Durchbruch stehen - sollte dies jedoch die Zentralbanken dazu veranlassen, von ihrer unterstützenden Haltung Abstand zu nehmen, könnte die Nachjustierung der Geldpolitik bald zur größten Bedrohung für den breiteren Markt werden." (14.08.2020/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 21.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


