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10-jährige Rendite Deutschland: Wieder Richtung Süden


28.01.20 08:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Der Widerstandsgürtel im Bereich von -0,20% definiert für die 10-jährige Rendite Deutschland aus unserer Sicht die entscheidende Kumulationszone, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Zur Erinnerung: Auf diesem Niveau falle die 50-Wochen-Linie (akt. bei -0,27%) mit dem 38,2%-Fibonacci-Retracement des letzten Zinsrutsches von Oktober 2018 bis September 2019 (-0,24%) sowie dem alten Renditetief vom Sommer 2016 bei -0,20% zusammen. Nachdem die 10-jährige Rendite Deutschland in diesem Dunstkreis zuletzt bereits mehrere markante Dochte ausgeprägt habe, zeuge das jüngste "bearish engulfing" davon, dass die Rendite zunächst an den beschriebenen Hürden gescheitert sei. Verschärft werde diese Interpretation durch den Bruch des Erholungstrends seit September 2019 (akt. bei -0,24%), wodurch die Entwicklung der letzten Monate als "bearishe" Flagge interpretiert werden müsse. Das beschriebene Chartbild lasse die Ausbildung eines zweiten Renditetiefs erwarten. Das Abgleiten unter den alten Basisabwärtstrend seit 2008 (akt. bei -0,34%) unterstreiche zu Wochenbeginn diese Interpretation. Um den erwarteten neuerlichen Zinsrutsch zu negieren, sei indes ein Spurt über die eingangs beschriebene Kumulationszone vonnöten.

Ein ähnlich neuralgisches charttechnisches Level habe auch die 10-jährige Rendite Frankreich zu Jahresbeginn ausgelotet. Gemeint sei die Kombination aus dem 38,2%-Fibonacci-Retracement des letzten Zinsrutsches seit Oktober 2018 (-0,07%), der 50-Wochen-Linie (akt. bei 0,06%) sowie den Tiefpunkten von 2016 bei 0,09%. Die im Bereich der angeführten Barrieren ausgebildeten Dochte würden die Bedeutung des beschriebenen Widerstandsbündels unterstreichen. Mit dem Verlaufshoch bei 0,15% zu Jahresbeginn dürften die Renditen auch in Frankreich zunächst ein zyklisches Hoch gesehen haben. Die Kursschwäche der vergangenen Woche zeuge nun davon, dass der Zinsanstieg der letzten Monate ausgelaufen sei, denn die Erholung der letzten Monate müsse letztlich ebenfalls als Bärenflagge interpretiert werden. In diesem Umfeld drohe ein Wiedersehen mit dem historischen Tief vom Spätsommer 2019 bei -0,45%. Auf dem Weg in diese Region definiere das Hoch vom September vergangenen Jahres bei -0,16% ein wichtiges Etappenziel. Für eine nachhaltige Zinswende sei dagegen ein Sprung über die eingangs beschriebene Kumulationszone vonnöten. Einem solchen Befreiungsschlag habe die 10-jährige Rendite zuletzt aber eine Absage erteilt. (28.01.2020/alc/a/a)