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10-jährige Bundrenditen auf Sicht der nächsten zwölf Monate bei -0,5% erwartet
25.01.21 09:30
National-Bank AG
Essen (www.anleihencheck.de) - Die internationalen Zinssätze sind zuletzt wieder gestiegen, spürbar vor allem in den USA, berichten die Analysten der National-Bank AG.
Dies dürfte einerseits mit den besseren Perspektiven für die Bekämpfung der Pandemie zusammenhängen: Trotz aller Probleme und Verzögerung reiche die Erwartungsbildung der Finanzmärkte über das Erreichen von Herdenimmunität zum dritten Quartal des laufenden Jahres hinaus. Zum anderen verheiße der Sieg von Joe Biden mehr fiskalischen Stimulus.
Global gesehen sei der Weg zu nachhaltig höheren Sätzen aber noch weit: Zu groß sei das Output Gap in den meisten Volkswirtschaften der Welt, zu niedrig auch die marktimpliziten Inflationserwartungen - vor allem in Europa: Bei ihrer jüngsten Sitzung im Dezember habe die EZB ihre Kommunikation vom konkreten Instrumenteneinsatz zu der allgemeinen Absicht verlagert, die wirtschaftliche Erholung durch günstige Finanzierungsbedingungen zu unterstützen. Christine Lagarde habe zudem betont, dass das angemessene Niveau der Finanzierungsbedingungen auch vom mittelfristigen Inflationsausblick abhänge. Letzterer habe sich in den vergangenen Wochen zwar wieder etwas gefestigt, der strukturelle Abwärtstrend dürfte aber Bestand haben. Insofern werde die EZB aller Voraussicht nach nicht in der Position sein, etwa die Wertpapierkäufe des PEPP-Programms zu drosseln.
Vor dem Hintergrund der obigen Perspektiven für die Geldpolitik bleibe das Aufwärtspotenzial für die Kapitalmarktzinssätze in toto rund um den Globus begrenzt. Die Analysten der National-Bank AG würden zwar grundsätzlich davon ausgehen, dass der internationale Zinstrend auch weiterhin leicht aufwärts gerichtet bleiben werde, dies dürfte aber bei weitem nicht dafür ausreichen, dass die Renditen der richtungsweisenden 10-jährigen Bundesanleihen wieder in den positiven Bereich steigen könnten. Konkret würden die Analysten der National-Bank AG auf Jahressicht kaum Aufwärtspotenzial für die 10-jährigen Bundrenditen erwarten, die folglich auch auf Sicht der nächsten zwölf Monate noch bei -0,5% rangieren dürften. Die Projektionen für die 10-jährigen US-Treasuries würden die Analysten der National-Bank AG bei rund 1,2% belassen. (Ausgabe vom 22.01.2021) (25.01.2021/alc/a/a)
Dies dürfte einerseits mit den besseren Perspektiven für die Bekämpfung der Pandemie zusammenhängen: Trotz aller Probleme und Verzögerung reiche die Erwartungsbildung der Finanzmärkte über das Erreichen von Herdenimmunität zum dritten Quartal des laufenden Jahres hinaus. Zum anderen verheiße der Sieg von Joe Biden mehr fiskalischen Stimulus.
Global gesehen sei der Weg zu nachhaltig höheren Sätzen aber noch weit: Zu groß sei das Output Gap in den meisten Volkswirtschaften der Welt, zu niedrig auch die marktimpliziten Inflationserwartungen - vor allem in Europa: Bei ihrer jüngsten Sitzung im Dezember habe die EZB ihre Kommunikation vom konkreten Instrumenteneinsatz zu der allgemeinen Absicht verlagert, die wirtschaftliche Erholung durch günstige Finanzierungsbedingungen zu unterstützen. Christine Lagarde habe zudem betont, dass das angemessene Niveau der Finanzierungsbedingungen auch vom mittelfristigen Inflationsausblick abhänge. Letzterer habe sich in den vergangenen Wochen zwar wieder etwas gefestigt, der strukturelle Abwärtstrend dürfte aber Bestand haben. Insofern werde die EZB aller Voraussicht nach nicht in der Position sein, etwa die Wertpapierkäufe des PEPP-Programms zu drosseln.
Vor dem Hintergrund der obigen Perspektiven für die Geldpolitik bleibe das Aufwärtspotenzial für die Kapitalmarktzinssätze in toto rund um den Globus begrenzt. Die Analysten der National-Bank AG würden zwar grundsätzlich davon ausgehen, dass der internationale Zinstrend auch weiterhin leicht aufwärts gerichtet bleiben werde, dies dürfte aber bei weitem nicht dafür ausreichen, dass die Renditen der richtungsweisenden 10-jährigen Bundesanleihen wieder in den positiven Bereich steigen könnten. Konkret würden die Analysten der National-Bank AG auf Jahressicht kaum Aufwärtspotenzial für die 10-jährigen Bundrenditen erwarten, die folglich auch auf Sicht der nächsten zwölf Monate noch bei -0,5% rangieren dürften. Die Projektionen für die 10-jährigen US-Treasuries würden die Analysten der National-Bank AG bei rund 1,2% belassen. (Ausgabe vom 22.01.2021) (25.01.2021/alc/a/a)


